Ein Streifzug am bisher heißesten Wochenende des Jahres So genossen die Menschen in der Region das Hitze-Wetter

Schmoren im Lederkombi bei der Kathi Bräu, Erfrischung beim Sautrogrennen in Metzlersreuth, klettern bei knapp 30 Grad in der Bärenschlucht – oder Kaffee, Kuchen und schwimmen in erfrischender Höhe im Fichtelgebirge: Das Hitzwetter an Pfingsten lockte die Menschen in die Region. Ein Streifzug durch das bisher heißeste Wochenende des Jahres.

 
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Heckenhof: Bernhard Mittasch ist aus Pfaffenberg, rund 300 Kilometer entfernt wohnt der Motorradfahrer. Er ist einer von vielen, die mit ihrem zweirädrigen Gefährt hier stehen – in brechender Hitze. Und er ist einer von vielen, der die Frage, ob es denn Spaß macht mit einer dicken Motorradbekleidung bei diesen Temperaturen unterwegs zu sein, so beantwortet: „Fragen Sie nicht.“ Genauso wenig wie die meisten der Tausende Motorradfahrer, die sich hier den ganzen Tag über treffen, kann er sich keine Abkühlung in Form von Bier gönnen. „Wir übernachten zehn Kilometer entfernt. Das gibt es dann am Abend“, sagt er.
Thorsten Weber aus Brandenburg ist mit rund 20 Bikern aus rund 400 Kilometern angereist. In Scheßlitz übernachten sie. „Es gibt Schutzkleidung, die ist etwas leichter als die ganz dicke Lederbekleidung. Und solange man fährt, geht es schon. Blöde wird es nur, wenn man an einer Ampel steht.“ Viele Motorradfahrer werden da leichtsinnig. Er zeigt zu einem Pärchen, das gerade in kurzen Hosen und T-Shirts auf einer Straßenmaschine einfährt. „Sobald es so heiß ist, sieht man das immer öfter. Es ist gefährlich, ohne Schutzkleidung zu fahren. Da reicht es schon, wenn man mit ein paar Stundenkilometer stürzt. Dann lieber schwitzen.“

Sautrogrennen: „Es ist einfach eine Riesengaudi, deshalb besser als Freibad“, sagt Moritz Lehmann (17). Er hat mit Andreas Schoberth eben das Metzlersreuther Sautrogrennen gewonnen. „Es gibt eine gewisse Grundtechnik“, verraten die beiden. Also reinsetzen, gleichmäßig rudern und dabei möglichst nicht über Bord gehen. „Es ist eine Ehrensache mitzumachen“, schließlich sind sie Lokalmatadoren, wohnen nicht weit weg. Und bei brütender Hitze ist es angenehm dazu. Und trotzdem nicht jedermanns Sache. „Der Weiher ist schon noch ziemlich kühl.“ Weshalb die Metzlersreuther Jugend außer zum Pfingstfest, wenn das Sautrogrennen angesetzt ist, eigentlich doch lieber die Freibäder der Umgebung vorzieht.

Bärenschlucht: An der Felswand beim Campingplatz Bärenschlucht nahe Pottenstein krallt sich der kleine Simon in den Stein. Gesichert mit einem Seil, versucht er sich im ersten Mal, deshalb wird er die Premiere am Pfingstsonntag nicht vergessen. Simon ist mit seinen Eltern dort, die sich mit zwei weiteren Familien aus dem sächsischen Freiberg und Mainz getroffen haben. „Die Fränkische Schweiz liegt für Kletterer aus Süddeutschland mittendrin“, sagt Gerald Bergelt am Sicherungsseil. Selbst bei 30 Grad Lufttemperatur ist es zum Klettern an der Wand oberhalb des Platzes auch mittags noch nicht zu heiß. Unten dösen die Campinggäste, darunter eine 30-köpfige Gruppe Motorradfahrer aus Schwäbisch Hall.

Gänskopfhütte: Erdbeerkuchen geht immer: Bei nur 28 Grad und leichtem Wind genießen Wanderer und Radfahrer die Sommerfrische auf der Gänskopfhütte. Auf 743 Meter gelegen, bietet die FGV-Hütte angenehme Kühle. „Das ist Erholung“, sagt Andreas Roy, der Hüttenwirt auf Zeit. Mit Birgit Huber bewirtschaftet er die Hütte am Pfingstwochenende. Langeweile kommt nicht auf, ständig kommen die Gäste. Wanderer und Radfahrer kommen zu Kaffee und Brotzeit. Sogar eine Gruppe aus Leipzig war dabei. „Die kommen jedes Jahr“, sagt Birgit Huber – „wegen der Kuchen“.

Waldbad Fleckl: „Heute Mittag nach einer Radtour haben wir uns entschieden, baden zu gehen“, sagt Lukas Dörfler (15). Und mit dem Flecklbad, das er sich mit seiner Schwester Silke ausgesucht hat, können die beiden einen Geheimtipp weitergeben. Denn im Moorbad Fleckl, im Hochwald zwischen Grassemann und Fleckl, ist es nicht überlaufen. Hinzu kommt: „Alles ist sehr schön saniert. Ich fahre oft nach der Schule mit dem Fahrrad her“, verrät er. Und so ist er auch an den heißen Pfingsttagen mit seiner Schwester Silke im Waldbad zu finden. Das auch eine Moorabteilung hat: „Ins Moor geht man aber höchstens mal zur Gaudi rein“, lacht er.

ju/mü/ub

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