Schlossherren öffnen die Schatzkiste

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Pfeifen, Gemälde, Möbel, Rüstungen, Bücher: Erstmals sind Erbstücke der letzten Thurnauer Schlossherrn im Töpfermuseum zu sehen. Der langfristige Plan: Im Schloss ein Museum mit den historisch wertvollsten Objekten einzurichten.

"Aufgewacht! Die Sammlungen der Grafen Giech aus Schloss Thurnau" lautet der Titel der Ausstellung, die vom 19. März bis 3. Juli im Töpfermuseum zu sehen ist. Foto: red

Bereits vor einem Jahr, im Frühjahr 2015, haben die Vorbereitungen der Ausstellung begonnen. Sie trägt den Titel „Aufgewacht!“. Weil die gezeigten Objekte nach einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf im Depot wieder zum Vorschein kommen.

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Vorbereitungen in der Endphase

An den Vorbereitungen der Sonderausstellung im Töpfermuseum ist der Kulmbacher Kreisheimatpfleger und Burgkastellan Harald Stark beteiligt. „Wir sind gerade in der heißen Phase“, sagte Stark gegenüber dem Kurier. Neben ihm sind Mitglieder der Familie Hiller von Gaertringen, Restaurator Uwe Franke, Historikerin Uta von Pezold und die Mitarbeiter des Töpfermuseums mit der Konzeption der Ausstellung beschäftigt.

Erben zeigen Stücke aus der Familiensammlung

Schloss Thurnau wurde jedoch lange Zeit von zwei Familien bewohnt: Den Grafen Giech und den Freiherrn von Künßberg. Nicht zuletzt die Konkurrenz der beiden Dynastien untereinander habe Thurnau zu einer erstaunlichen Kulturblüte verholfen, so die Ausstellungsmacher. Die Nachfahren der 1695 zu Reichsgrafen erhobenen Giechs sind Baron Johann-Christian Hiller von Gaertringen und seine Familie. 1923 war der letzte männliche Nachkomme Friedrich Karl Graf von Giech aus dem Schloss ausgezogen und 1938 kinderlos verstorben. Die Erben, die Freiherren Hiller von Gaertringen, gaben das Schloss 1968 an die Gräflich Giech’sche Spitalstiftung ab, der es bis heute gehört.

Ein Spiegel des Alltags der Grafen

Ein Teil des einstigen Inventars ist bis heute erhalten geblieben. Doch es lagerte bislang hinter verschlossenen Türen. „Wir wollen der Bevölkerung zeigen, was von der Familie noch da ist“, erläuterte Stark. „Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Unser Ziel ist es, in Zukunft im Schloss ein Museum oder eine Dauerausstellung zu institutionalisieren.“ Die Familienbiblitothek umfasse zum Beispiel rund 20 000 Bände. Von ihnen wird eine Auswahl in der Ausstellung zu sehen sein. Antike Möbel, Porzellan und Silber werden Stark zufolge genauso präsentiert wie Exemplare der Tabakpfeifensammlung eines der adeligen Schlossbewohner. Teils rare und kuriose Stücke aus den ehemaligen Wohnräumen der Schlossherren. „Das Ganze soll ein Spiegel des alltäglichen Lebens sein“, sagte Stark und bedauert, dass die Kapazität der Räume im Töpfermuseum stark begrenzt ist.

Illustre Gäste im Besucherbuch

Es war nicht schon immer so, dass das Schloss für Besucher nicht zugänglich war. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert sei die Privatsammlung mit Ahnenbildern, Waffen, Rüstungen, Marterwerkzeugen, bronzezeitlichen Funden und vielem mehr in der Kemenate zu besichtigen gewesen, wie Stark schilderte. „Wir wissen das auch aufgrund der über 6400 Eintragungen im Besucherbuch.“ Zu den Gästen habe zum Beispiel auch König Otto von Griechenland gezählt.

Rückkehr an angestammten Platz

Unterstützt wird die Ausstellung vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, dem Markt Thurnau, der Sparkasse Kulmbach-Kronach und der Firma Schwender. Stark hofft, dass mit der Sonderausstellung die schönsten Stücke aus den Giechschen Sammlungen dauerhaft nach Thurnau zurückkehren. Dann wäre der Dornröschenschlaf der Giechschen Sammlungen endgültig vorbei. Und das Schloss um eine Attraktion reicher.