Schloss-Sanierung kostet Millionen

Das mächtige Schloss Schreez in Unternschreez könnte als Domizil für Gastwissenschaftler der Universität Bayreuth umgebaut werden. Das Grundstück verfügt über eine Fläche von rund 5500 Quadratmetern samt Park und Weiher. Foto: red Foto: red

Einer Nutzung des Schlosses Schreez durch Gastwissenschaftler der Universität Bayreuth steht der Gemeinderat in Haag positiv gegenüber. Allerdings sei eine finanzielle Beteiligung an Sanierung und Umbau mit einem geschätzten Gesamtvolumen von sechs bis sieben Millionen Euro nicht möglich, sagte Bürgermeister Robert Pensel.

Das Gremium fasste in seiner jüngsten Sitzung den einstimmigen Beschluss, das Projekt zu unterstützen, will sich aber nur im Rahmen einer freiwilligen Leistung beteiligen. Ein Teil des mächtigen Gebäudes solle zu Apartments umgebaut und von der Universität Bayreuth gemietet werden, erläuterte Pensel. Auch die laufenden Betriebskosten wolle die Hochschule übernehmen. Die Universität habe konkrete Vorstellungen über die neue Nutzung, wolle sich an den Sanierungskosten aber nicht beteiligen. Besitzer des Schlosses ist die Dr.-Alfred-Denig-Stiftung.

Gehe man von einem Gemeindeanteil von zehn Prozent aus, seien dies 700 000 Euro. „Das können wir uns nicht leisten“, warnte Pensel. Einer kleinen Gemeinde wie Haag könne man ein solch großes Vorhaben „nicht aufdrücken“. Derzeit liefen mit Dorferneuerung und Internetausbau Millionenprojekte, die es zu schultern gelte. Das neue Vorhaben werde nur bei einer 100-Prozent-Förderung ins Laufen kommen. Nachdem sich die Regierung von Oberfranken mit der Städtebauförderung zurückgezogen habe, müsse man mit einem Gemeindeanteil von 40 bis 50 Prozent rechnen. Die Lösung für Pensel: Sponsoren springen ein.

5,4 Millionen Euro kosten Umbau und Sanierung

Zuschüsse aus der Oberfrankenstiftung und der Denkmalpflege würden nur dann fließen, wenn die Gemeinde als Bauherr auftritt, erläuterte Gemeinderat Horst Zimmermann. Dies sei derzeit nicht möglich, nun seien Sponsoren gefragt.

Helmut Engelbrecht, Vorsitzender der Dr.-Alfred-Denig-Stiftung, sagte auf Anfrage, laut einem aktuellen Gutachten werde Umbau und Sanierung des Schlosses inklusive Außenbereich schätzungsweise 5,4 Millionen Euro kosten. Teilweise gebe es statische Probleme, die Haustechnik müsse neu aufgebaut werden, eine Heizung fehlt. Er hielt es für möglich, dass bis zur Ausführung des Vorhabens mit Kosten von insgesamt sechs Millionen Euro zu rechnen ist. Sobald die Finanzierung über Privatpersonen, über Sponsoren oder über andere Stiftungen stehe, könne begonnen werden. Eine aktuelle Beteiligung der Städtebauförderung schloss Engelbrecht ebenfalls aus, da die Gemeinde den notwendigen Eigenanteil nicht leisten kann.

"Charme des Schlosses bleibt erhalten"

Der Kanzler der Universität, Markus Zanner, ging von rund sechs Millionen Euro Ausbau- und Sanierungskosten aus. Mindestens vier Apartments für Gastwissenschaftler, die maximal ein Jahr bleiben, könnten eingerichtet werden. Die Universität könnte nach der Sanierung die Apartments mieten oder die Betriebskosten übernehmen. Ein Teil des Schlosses bleibe der Öffentlichkeit für kulturelle Veranstaltungen oder Vorträge zugänglich. „Der Charme des Schlosses bleibt erhalten, es bleibt für die Bevölkerung geöffnet“, unterstrich Zanner. Ihm sei die Finanzierung über andere Stiftungen am liebsten. „Wenn das Geld da ist, kann begonnen werden.“ Die Universität habe gegenüber der Gemeinde Haag nie die Erwartung gehabt, hier finanziell in Vorleistung zu gehen. Zanner hoffte bis Jahresende einen Partner zu finden, der finanziell mit einsteigt.

Exzellent ausgestattete Büros

Laut eines Nutzungskonzeptes der Universität aus dem Jahr 2014 könnten die Gastwissenschaftler im umgebauten Schloss die Apartments bewohnen. Allen sollten ruhige und exzellent ausgestattete Büros, eine hervorragende technische und Kommunikationsinfrastruktur und Orte sowohl der Begegnung als auch des Rückzugs in Schloss und Park zur Verfügung stehen, hieß es in dem siebenseitigen Papier. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung im Rahmen der Nutzung des Schlosses biete die einmalige Gelegenheit, ein neues Konzept zu verwirklichen, das das Ziel der Spitzenforschung mit renommierten Wissenschaftlern am Standort Bayreuth nachhaltig fördere. „Ein derartiges Kolleg gibt es bisher an der Universität Bayreuth noch nicht.“ Die Kooperation mit der Stiftung und die Nutzung des Schlosses werde ein „idealer Ort des Aufbruchs und der Innovation durch Wissenschaft“ sein.

Autor

 

Bilder