Schloss Erkersreuth 6,8 Millionen Euro für den Erhalt

red
Das „Rosenthal-Schloss“ soll Kultur- und Begegnungsstätte werden. Foto: Stadt Selb

Mit dem Geld sichert der Bund einen wesentlichen Teil der Investitionen zum Ausbau des Schlosses. Darin soll eine Kultur- und Begegnungsstätte entstehen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Donnerstag beschlossen, das Kulturerbe „Rosenthal-Schloss“ im Selber Ortsteil Erkersreuth mit 6,8 Millionen Euro aus dem Programm „Kulturinvest“ zu fördern. Damit übernimmt der Bund einen wesentlichen Teil der geplanten Kosten für die Umnutzung und des Ausbaues des denkmalgeschützten Schlosses zu einer Kultur- und Begegnungsstätte.

Die Bundesregierung hatte im aktuellen Bundeshaushalt Mittel zur Förderung investiver Maßnahmen – darunter bauliche Aktivitäten und Ausstattungen – bei kulturellen EinrichtungeMn, Objekten und Kulturdenkmälern zur Verfügung gestellt. „Ich bin sehr erfreut, dass dieser stolze Betrag in unsere Region fließt und zur Sanierung dieses wirklich beeindruckenden Kulturerbes beitragen wird“, betont der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Nürnberger in einer Pressemitteilung.

Im Barockstil erbaut

Das 1748 im Barockstil erbaute Schloss Erkersreuth war vor zwei Jahren von der Stiftung Kulturerbe Bayern erworben worden. Lange lebte und wirkte dort der bekannte Porzellanunternehmer und Politiker Philip Rosenthal, der von 1969 bis 1983 für die SPD im Deutschen Bundestag saß und mit seinen baulichen Änderungen den Stil des Schlosses entscheidend prägte.

In den 1960er-Jahren hatte der Porzellanfabrikant das von derer von Lindenfels im Stil des Rokoko erbaute Schloss zu einem Treffpunkt der Avantgarde gemacht. „Es ist sicher ganz im Sinne von Philip Rosenthal, dass dieses Kulturgut jetzt dauerhaft der Nachwelt erhalten bleibt“, schreibt Jörg Nürnberger.

„Ein Juwel für die Region“

Große Freude herrscht auch bei der örtlichen SPD über den Geldsegen aus Berlin. „Ich bin höchst erfreut“, sagt der Selber Stadt- und Kreisrat Walter Wejmelka. „Das Schloss Erkersreuth ist ein Juwel, einmalig für unsere Region.“ Es wäre schade gewesen, dieses verfallen zu lassen. Dank der zugesagten Fördermittel könnten nun die Sanierung und der Umbau in Angriff genommen werden. „Das ist eine wunderbare Sache nicht nur für die Stadt Selb“, betont Wejmelka.

Die denkmalpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen, Sabine Weigand, erklärt in einer Mitteilung: „Genau 6 800 789 Euro Bundesmittel fließen in die Umgestaltung des unter Denkmalschutz stehenden Schlossensembles Erkersreuth zu einem Kulturcampus. Ich habe mich voller Überzeugung für eine Förderung dieses wichtigen Projekts eingesetzt und freue mich, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags so entschieden hat.“

Lisa Badum, grüne Bundestagsabgeordnete mit dem Betreuungskreis Wunsiedel, ergänzt: „Wir haben uns gemeinsam als grüne Abgeordnete bei Kulturstaatsministerin Claudia Roth für die Förderung hier in Oberfranken stark gemacht. Ich freue mich, dass der Bund auch dadurch ein Zeichen setzt, dass diese Förderung besonders den Menschen im ländlichen Raum zugutekommt.“

Geld für den Erhalt von Kulturdenkmälern

Das Programm „Kulturinvest“ des Bundes fördert die Sanierung, Restaurierung, den Um- oder Neubau bei kulturellen Einrichtungen, Objekten und Kulturdenkmälern sowie Ausstellungen von gesamtstaatlicher Relevanz. Förderfähige Projekte müssen zum Ziel haben, Kultur für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Gefördert werden grundsätzlich Vorhaben mit einem Bundesanteil von mindestens 500 000 Euro bis maximal 20 Millionen Euro. Die Beteiligung des Bundes beträgt grundsätzlich bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

 

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