Klangtherapie-Festival Von Freiheit, Wummern und vier Tagen Techno

SCHERLEITHEN/PLANKENFELS. Es wummert. Erst ganz leise, wenn man in Richtung Plankenfelser Ortsteil Scherleithen abbiegt. Immer lauter wird dann der Bass auf dem Schotterweg zum Feld der Ehre. Dort findet in diesem Jahr das 16. „Klangtherapie“-Festival statt.

Techno, Liebe, Anarchie, ist das Motto. Der Weg ist gesäumt von kleinen Zeltdörfern, in denen am Samstagnachmittag das ein oder andere Pavillon den Kopf schon etwas hängen lässt, sich die leeren Bierdosen in Müllsäcken stapeln. Auf dem Caravan-Campingplatz wehen träge zwei rosa Einhorn-Luftballons im Wind, mitten in den Stoppeln des abgemähten Feldes liegen zwei Mädels anfang 20. Franzi aus Bayreuth und Susi aus Bamberg sind schon öfters auf dem Techno-Festival gewesen. Die beiden brauchen ihre Sonnenbrillen, die Sonne selbst versteckt sich hinter dunklen Wolken. „War ein bisschen länger heute“, sagt Franzi. Gefeiert haben sie bis früh um 9, deshalb gibt’s um 15 Uhr erst mal einen Nutella-Crêpe zum Frühstück. Katerstimmung herrscht auch in den Chill-Ecken auf dem Festival: auf ausrangierten Sofas, neben denen ein riesiger Traumfänger baumelt, schlafen Besucher, einige liegen auf dem sandigen Boden oder ruhen sich im Hängematten-Park aus.

Alle 3500 Karten verkauft

Nur wenige Hartgesottene sind schon auf den Beinen und wippen ekstatisch zu den Beats, die Six Kids im Zauberwäldchen auflegt. Richtig wach ist hingegen Marlene Epp. Die 27-Jährige ist seit fünf Jahren im Organisations-Team des „Klang-therapie“-Festivals. Strahlend und barfuß läuft sie über den Platz. Heute ist noch nicht so viel los, sagt sie. Das Festival ist ausverkauft, die 3500 Karten sind seit letzten Mittwoch weg. In diesem Jahr sei alles super: das Wetter, weil nicht so heiß wie 2018, die Leute, weil einfach alle mega gut drauf sind und das Orga-Team, weil es so viele helfende Hände gibt. Und dann gibt es da noch weniger Müll, weil sich die Gruppe Psyclean darum kümmert – das Gelände aufräumt, Taschenascher verteilt.

Das Maisfeld taugt auch für dringende Bedürfnisse

Die Dekoration ist komplett upgecycelt, also aus Dingen hergestellt, die niemand mehr haben wollte: „Die vielen Gitarren, die am Zauberwäldchen hängen, stammen von einem verstorbenen Sammler, dessen Frau damit nichts mehr damit anzufangen wusste“, erzählt Epp. Getrunken wird in diesem Jahr nicht mit Plastikstrohhalmen. Sondern aus echten Roggen-Strohhalmen. „Die sind nicht ganz bissfest, aber funktionieren“, sagt die Organisatorin. Dann tönt es durch ihr Funkgerät: „Die Klos sind verstopft.“ Die 27-Jährige lächelt und redet unbeirrt weiter. Auf dem Festivalgelände selbst sind die Sanitäranlagen kein Problem, es gibt fließend Wasser und Toiletten gegen Gebühr. Die Öklos auf den Zeltplätzen scheinen für viele Besucher aber keine Alternative zu sein, das Maisfeld hingegen schon.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Kurier-Ausgabe vom 5. August.

 

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