Manfred Riedel sagt im Gespräch mit unserer Zeitung am Donnerstag, er habe am Mittwoch um 10 Uhr einen Anruf erhalten, dass er um 12 Uhr zu einer Besprechung mit der Oberbürgermeisterin ins Rathaus kommen solle.
Der Altbau der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) bleibt für den Rest des Schuljahres für den Schulbetrieb geschlossen. Dass seine Schule mit möglicherweise gesundheitsgefährdenden Stoffen belastet ist, hat den Rektor der ASS, Manfred Riedel "total überrascht", wie er sagt. Und: Er muss jetzt organisieren, dass in der kommenden Woche ein halbwegs normaler Schulbetrieb möglich ist.
Manfred Riedel sagt im Gespräch mit unserer Zeitung am Donnerstag, er habe am Mittwoch um 10 Uhr einen Anruf erhalten, dass er um 12 Uhr zu einer Besprechung mit der Oberbürgermeisterin ins Rathaus kommen solle.
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In der Runde, an der neben Brigitte Merk-Erbe unter anderem Vertreter des Hochbauamts und des Gesundheitsamts teilgenommen haben, habe man ihm mitgeteilt, dass es ein Gutachten gebe, nach dem nicht ausgeschlossen werden könne, dass "eine eventuelle Belastung mit Schadstoffen vorliegt", sagt Riedel. man sei bis zum Mittwoch davon ausgegangen, dass "im Rahmen der Sanierung die alten Decken runter kommen. Dass die mit Schadstoffen belastet sein könnten, hatten wir nicht gedacht."
Da schnell eine Lösung gefunden werden musste, sagt Riedel, "habe ich in Absprache mit dem Schulamt beschlossen, dass die Schule am Donnerstag und Freitag ausfällt." Die Reaktion der Schüler: "Das Hurra war natürlich groß."
Umgehend habe er an der Schule ein Notteam eingerichtet, das sicherstellen soll, dass die Kinder, die an den beiden Tagen Betreuung brauchen, in der Mensa der Schule im Nachbargebäude, das sie an der ASS Scheune nennen, betreut werden können. Dieses Gebäude sei von einer Schadstoffbelastung ebenso wenig betroffen wie die neue Turnhalle. In der kommenden letzten Schulwoche werde der Unterricht wieder normal stattfinden - für alle Klassen allerdings nur bis 11.15 Uhr, auch danach werden die Kinder betreut.
Jedoch: "Ein bis zwei Klassen werden wir sicher auslagern müssen, weil wir im Neubau, den wir benutzen können, nicht genug Platz haben." Im Neubau aus dem Jahr 2005 stehen fünf Klassenzimmer und im Erdgeschoss Fachräume zur Verfügung, die Riedel nutzen kann. "Zwei bis drei Räume fehlen in jedem Fall. Ich muss versuchen, an den umliegenden Schulen Räume zu finden." Glück im Unglück: "Aktuell sind nur etwa 240 Schüler da, weil die Abschlussklassen schon weggefallen sind."
Problem für Riedel: Nicht nur die Klassenzimmer im Altbau fallen weg, auch die Verwaltung ist im Altbau untergebracht. Und genau dort laufen die Fäden zusammen, kommen die Elternfragen an, stehen die Telefone. "Die Stadt ist dabei, auch für uns Ausweichräume zu schaffen. Das wird auch ein Riesen-Akt."
Der Altbau bleibe jetzt erst einmal gesperrt, weil dort erneute Raumluft-Messungen stattfinden müssen, sagt Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt. "Das Hochbauamt hat ein Fachbüro eingeschaltet, das in den Prozess mit eingebunden wird." Die betroffenen Räume im Altbau müssten jetzt erst einmal gründlich gereinigt werden, "dann werden sie abgesperrt, dass kein Luftaustausch stattfindet und im Anschluss findet eine erneute Raumluftmessung statt".
Dass die mögliche Schadstoffbelastung jetzt entdeckt wurde, sei mehr oder weniger Beifang der Voruntersuchungen, "die üblich sind im Vorfeld eines Millionenprojekts wie der Sanierung der Schule, die eigentlich für nächstes Jahr geplant ist", sagt Oppold.
Welche Auswirkungen die Schadstoffbelastung auf die ohnehin geplante Generalsanierung der Schule haben wird, ist unklar. "Wir müssen erst einmal die Ergebnisse der Raumluftmessung abwarten", sagt die Stadtbaureferentin Urte Kelm. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Klassen nicht mehr zurück könnten in den Altbau, dann müsste man "ein Konzept entwickeln, wie wir weitermachen: Ob die Klassen in Container ausgelagert werden müssen oder ob wir sie an anderen Schulen unterbringen könnten. Eine Woche vor den Ferien ist das nicht schlimm, aber wir können die Schule natürlich auch nicht innerhalb von sechs Wochen sanieren".
Die Schule hat baulich durchaus eine Vorgeschichte: Im August 2000 war das Dach der Turnhalle eingestürzt. Jetzt sollte ursprünglich nur der Brandschutz verbessert werden. Dabei hatte sich, wie Urte Kelm sagt, dass die Standsicherheit an der Fassade nicht gewährleistet sei. "Außerdem hat die Schule energetische Defizite. Deshalb wurde aus der Brandschutzsanierung eine Generalsanierung." Und jetzt stellte man die mögliche Schadstoffbelastung der Holzbauteile fest.