Sanierung steht an Regionalfreibad: Bischofsgrün wagt den nächsten Schritt

Von -Gagel
Das Bischofsgrüner Regionalfreibad ist seit 2019 geschlossen. Die Sanierung ist schon längere Zeit geplant. Foto: Wilhelm Zapf/Wilhelm Zapf

Bei 5,6 Millionen Euro liegt die Kostenschätzung für die Freibad-Sanierung aktuell. Ob es dabei bleibt, das ist nicht sicher. Trotz großer Diskussion geht es für das Projekt in die nächste Runde.

Bischofsgrün - Es ist ein Thema, das Bischofsgrün schon lange beschäftigt: das seit 2019 geschlossene Regionalfreibad und seine anstehende Sanierung. Jetzt muss eigentlich alles ganz schnell gehen. Denn die Förderung von 3,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ läuft im Jahr 2023 aus. Und dennoch gab es in der Sondersitzung des Bischofsgrüner Gemeinderates am Dienstagabend große Diskussionen. Vor allem um das „Thema Nummer 1“, wie es Bürgermeister Michael Schreier (SPD) nannte: Die Baukosten von rund 5,6 Millionen Euro.

Entwurf vorgestellt

Seit Oktober ist Jörg Albrecht als Projektsteuerer für das Vorhaben Freibad-Sanierung eingesetzt, er koordiniert die verschiedenen Planungsbüros. Jetzt lag den Gemeinderäten der Entwurf zur Sanierung vor, die einzelnen Planer präsentierten die Einzelteile während der Sitzung. Unter anderem Architekt Christian Lippmann von Plafog in Kulmbach. Sein Plan: Aus dem bestehenden Schwimmerbecken soll ein Mehrzweckbecken werden, außerdem gibt es ein Springerbecken mit einem Ein-Meter-Brett und einem Drei-Meter-Brett. Aus dem früheren Nichtschwimmerbecken soll das Kinderbecken werden. Das jetzige Planschbecken wird verfüllt und die Liegewiese dadurch erweitert. Die eingeplanten Becken sind nicht gefliest, sondern aus Edelstahl.

„Blick in die Glaskugel“

Architekt Klaus Pastner ist für das Multifunktionsgebäude zuständig, in dem Wasserwacht, Bademeister und ein Kiosk unterkommen. Dahinter entstehen Toiletten und Umkleideräume. Um für die neuen Gebäude Platz zu machen, muss das alte weichen. Nur der Keller bleibt bestehen und wird überbaut. Auf dem Dach ist eine Solarabsorber-Anlage geplant, die das Wasser für die Becken beheizt.

Alles in allem – mit Technik und den Neubauten – soll die Sanierung des Regionalschwimmbades 5,6 Millionen Euro kosten. Stand jetzt zumindest. Welche Kosten im Jahr 2023 auf die Gemeinde zukommen würden, das vermochte auch der Projektsteuerer nicht zu sagen: „Die Kostensteigerungen sind momentan immens, das wäre ein Blick in die Glaskugel.“ Jens Stenglein (SPD) wollte von Albrecht wissen, ob er es dem Gemeinderat gutem Gewissens empfehlen könnte, die Planungsphase abzuschließen. Die Antwort: Baulich könne er es auf alle Fälle empfehlen. Wenn es der Gemeinde letztlich auf 50 000 Mehrkosten ankäme – dann nicht.

„Dürfen kein Schlafdorf werden“

Christopher Häfner fragte: „Wie teuer wird’s denn noch? Kann man das einschätzen?“ Nein. Da waren sich alle Planer einig. „Wir sind ein Heilklimatischer Kurort und dürfen kein Schlafdorf werden. Wir haben beschlossen, dass wir sanieren, also müssen wir’s auch anpacken“, sagte Zweiter Bürgermeister Uwe Meier (ÜWG). Dem pflichtete Fritz Baumgärtel (ÜWG) bei: „Das müssen wir uns das leisten. Wenn wir noch länger diskutieren, wird es noch teurer.“

Wie realistisch es sei bis 2023 fertig zu sein, wollte Helmut Bleier (CSU) wissen. Umsetzbar wäre das alles schon, man müsse jetzt nur in die Gänge kommen, so die Meinung der Planer. Der Baubeginn müsse im kommenden Jahr sein, sonst wird’s eng.

Es geht in die nächste Runde

Letztendlich stimmten alle Gemeinderäte zu, in die nächste Planungsphase überzugehen. Im Januar soll die baufachliche Stellungnahme eingeholt werden, im Frühjahr könnten dann die Ausschreibungen beginnen. Plan ist es bis zu 80 Prozent der Ausschreibungen gleichzeitig zu machen, um Kosten-Explosionen zu verhindern.

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