Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das die Stadtbaureferentin Urte Kelm beschreibt: Irgendwann soll es einmal ein Rundweg um die Stadt werden, so weit das noch möglich ist. „Seit 2010 konnten wir aber nicht weitermachen“, sagt Kelm am Dienstagabend vor dem Bauausschuss. Erst hätten am ehemaligen Ellwanger-Gebäude „Rückbau und Abbruch im ehemaligen Zwingerbereich“ stattfinden müssen, wie Kelm es beschreibt. Jetzt könne man aber den nächsten Abschnitt des geplanten stadtmauerbegleitenden Höhenwegs in Angriff nehmen: „Von der Frauengasse bis zum Mühltürlein. Ursprünglich hatte man mit Kosten von einer Million Euro gerechnet. Jetzt liegt die Schätzung bei 1,8 Millionen Euro“, sagt Kelm. Allerdings plane man bereits jetzt mit Zuschüssen aus dem Städtebaufördertopf in Höhe von 60 Prozent, was für die Stadt einen Anteil von rund 720 000 Euro bedeute. „Es laufen aber Gespräche mit der Regierung, ob wir in das Programm Innen statt außen kommen – das würde eine Förderung von 80 Prozent bedeuten“, sagt Kelm.

Drei Bauabschnitte bis 2022

Skizziert seien die Bauabschnitte bis 2022 bereits vom Amt für Städtebauförderung, sagt die Stadtbaureferentin. Möglichst in dem Jahr solle mit der Sanierung der Stadtmauer selbst begonnen werden, die in einem „standsicherheitsgefährdeten Zustand ist“, ebenso solle das Gartenhaus, neben dem der laut Kelm älteste sichtbare Stadtmauerteil in Richtung Mühltürlein beginnt, gesichert werden. Das Häuschen „soll als witterungsgeschützter Aussichtspunkt erhalten bleiben“.

Zwingermauer kommt nächstes Jahr dran

Als zweiter Bauabschnitt ab Mitte kommenden Jahres sei dann die Sanierung der Zwingermauer vorgesehen, die teilweise ebenfalls starke Schäden aufweise, bevor man an die Sanierung der Gewölbekeller gehe. Im dritten und letzten Bauabschnitt wolle man den Höhenweg selber herstellen, einen Brunnen am Mühltürlein freilegen und sanieren und auch eine weitere Treppe bauen, die den direkten Durchgang von der Frauengasse zum Zentralen Omnibus-Halt (ZOH) möglich mache.

Saniert wird, was der Stadt gehört

Man werde sich bei der anstehenden Sanierung im wesentlichen auf den Bereich beschränken, der auch der Stadt gehört, sagt Kelm auf Nachfrage von Christian Wedlich (CSU). „Zeit wird’s“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske. „Was wir alle nicht wollen, ist, dass der sichtbare Teil absackt oder einbricht.“ Vor einer Sanierung mit „romantischen Allüren“ – wie sie aus seiner Sicht später unter anderem Stephanie Kollmer (CSU) mit dem Vorschlag, eine historische Stadtansicht im Gartenhäuschen zu platzieren, einbringt – warnt Norbert Aas (Grüne). Großen Wert legen Kollmer ebenso wie Georg Kämpf (BG) darauf, dass man bei der Sanierung dafür sorge, dass die Stadtmauer auch für Menschen mit Behinderung zugänglich gemacht werde.

Brunnen und Keller werden erneut Thema sein

In welcher Form in zwei Jahren bei der Sanierung mit dem Brunnen – „wird das ein Schaubrunnen oder ein Wegschaubrunnen?“, hakt Gert-Dieter Meier (DU) nach – umgegangen werde, werde ebenso Teil weiterer Berichterstattung im Ausschuss sein wie die Frage, wie die sanierten Gewölbekeller genutzt werden sollen. Hier steht nach Kelms Worten die mögliche Nutzung als Lager oder Unterstellraum für Bauhof oder Stadtgartenamt im Raum.