In einem aufsehenerregenden Prozess wurde damals die sogenannte Salzsäure-Affäre vor dem Bayreuther Schwurgericht verhandelt: Im Jahr 1967 hatte ein 28-Jähriger einem 19-jährigen Freund Salzsäure ins Gesicht geschüttet. Der Täter wurde daraufhin wegen versuchten Mordes angeklagt.

Am zweiten Verhandlungstag kam es dann zu der unerwarteten Wendung. Wie der „Nordbayerische Kurier“ berichtete, machte sich plötzlich die Mutter des Opfers verdächtig, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Ihre Vernehmung wurde aufgrund einer möglichen „Gefährdung der Sittlichkeit“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt.

Dabei sprang sie für den 28-jährigen Täter mehrfach in die Bresche. Als das Gericht die Frau befragte, ob es zwischen ihr und dem Angeklagten zu intimen Begegnungen gekommen sei, verweigerte sie dann plötzlich die Aussage.

Auch auf die Frage, ob sie dem Angeklagten das Fläschchen Salzsäure gegeben habe, mit dem das Attentat auf ihren Sohn verübt worden war, antwortete sie nicht. Der Staatsanwalt erklärte ihr, welchen Eindruck das auf das Gericht machte, doch die Mutter blieb stur.

Damit kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Tatbeteiligung der Frau nicht auszuschließen sei. Sie wurde nicht vereidigt.

Die Rolle der Mutter beim Tathergang konnte auch im weiteren Prozessverlauf nicht geklärt werden, das Gericht ging jedoch nicht davon aus, dass sie den Täter angestiftet habe.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier darüber, dass die Polizei einen Zechpreller festnehmen konnte. Der Mann hatte in einer Bayreuther Gaststätte ausgiebig gegessen und vor allem getrunken, eher er unauffällig verschwand, ohne zu bezahlen. Der Wirt verständigte die Polizei.

Die Beamten konnten den Mann kurz darauf finden. Wie sich herausstellte, hatte der Zechpreller am selben Tag einen Einmietbetrug in einem Bayreuther Hotel begangen.