Saisonstart am Freitag Tigers gegen die immens Ambitionierten

EISHOCKEY. Erwartungsgemäß misst Petri Kujala seinem Geburtstag keine übergroße Bedeutung bei. „Das ist für mich weniger wichtig als für andere“, sagt der Trainer der Bayreuth Tigers, der gestern seinen 49. Geburtstag beging. Anstatt beim Kuchenessen im Kreise seiner Familie zu sitzen, stand er mit seiner Mannschaft auf dem Eis – beim Abschlusstraining. Heute um 20 Uhr starten die Tigers nämlich gegen die Tölzer Löwen in die neue DEL2-Saison, am Sonntag (17 Uhr) sind sie Gast bei den Eispiraten Crimmitschau.

So zurückhaltend Kujala mit seinem Jubeltag an sich umgeht, so wenig ist er es bei der Formulierung seines Geburtstagswunsches: „Ich hätte gerne sechs Punkte“, sagt er ganz ungerührt. Dass der Coach nicht weniger als das Optimum anpeilt, liegt zwar in der Natur der Sache, klingt aber nicht nur aufgrund der Erinnerung an den letzten DEL2-Auftakt – bis zum vierten Spieltag hatten die Tigers keinen einzigen Zähler auf dem Konto – enorm selbstbewusst. Schließlich starten insbesondere die Tölzer Löwen mit immensen Ambitionen in die neue Zweitliga-Saison. Eine Finanzspritze von Hauptsponsor Cengiz Ehliz, dem Onkel des aus Bad Tölz stammenden Nationalspielers Yasin Ehliz und dessen bei den Kurstädtern spielenden Bruder Aziz, soll den Isarwinklern den Eintritt die Beletage der DEL2 ermöglichen und mittelfristig den Aufstieg in die DEL. Namhafte Neuzugänge wie die ehemaligen Bietigheimer Aushängeschilder Shawn Weller und Tyler McNeely, aber auch die aus der DEL zurückgekehrten Stefan Reiter und Marco Pfleger unterstreichen diese Ambitionen.

Ambitionierter Gegner

„Damit habe ich mich überhaupt nicht beschäftigt“, versichert Petri Kujala, der von seiner Marschroute „wir schauen nur auf uns, damit haben wir genug zu tun“ auch in Crimmitschau nicht abrücken will. Dort hat man das Ziel „Playoffs“ ausgelobt und dafür unter anderem ein komplett neues Torhüter-Duo verpflichtet, weil man nach dem Geschmack von Trainer Daniel Naud in der Saison 2018/2019 zu viele Gegentore kassierte. Um diesen Missstand zu beheben, wurden die Goalies Brett Kilar und Sebastian Albrecht durch den US-Amerikaner Michael Bitzer und den aus Leipzig zurückgekehrten Youngster Mark Arnsperger ersetzt.

Bayreuther bis auf Martin Heider komplett

Bei den Tigers deutet alles auf einen Einsatz von Brett Jaeger zwischen den Pfosten hin, obgleich sich Petri Kujala nicht in die Karten schauen lassen wollte. Fest steht aber, dass die Bayreuther bis auf den verletzten Martin Heider komplett sind – und bereits die Krallen ausgefahren haben. „Nicht nur ich, die ganze Mannschaft ist froh, dass es nun endlich wieder los geht“, sagt der neue Kapitän Ivan Kolozvary, der seine Rolle aber ebenso bescheiden interpretiert wie Trainer Kujala seinen Geburtstag. „Es ist schön, aber auch nicht wichtig. Jeder im Team hat das Recht, etwas zu sagen, das muss nicht der Kapitän sein“, erklärt der 36-Jährige Center, der seine siebte Saison im Tigerkäfig mit großem Optimismus in Angriff nimmt. „Ich bin mir sicher, dass wir die Pre-Playoffs erreichen können. Wir sind ja in der letzten Saison ganz knapp vorbeigeschrammt. Uns haben lediglich die Punkte aus den ersten sieben, acht Spielen gefehlt.“

Ins gleiche Horn stößt auch Carsten Herrmannsdörfer. Der Fan-Beauftragte der Tigers berichtet von einem „richtig guten Gefühl“. Er begründet dies mit der geringen Fluktuation im Kader. „Die Tölzer hingegen haben zwar viel individuelle Qualität bekommen, man muss aber erst abwarten, wie das alles zusammenpasst. Vielleicht wird es ja auch so wie in Dresden, da dachte man ja auch, die reißen die Welt ein“, sagt Herrmannsdörfer und ergänzt: „Und Crimmitschau ist ohnehin machbar.“


Info: Der „Nordbayerische Kurier“ wird auch in dieser Saison mit einem Liveticker von den Spielen der Bayreuth Tigers in der DEL2 berichten.

 

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