Saisonfinale Medi-Team will mit Sieg in Göttingen Platz zehn sichern

Beim Göttinger 106:84-Sieg am Freitagabend in Bamberg zeichnete sich Luke Nelson (am Ball) als Topscorer mit 22 Punkten (5/5 Dreier) aus. Foto: /isslerimages/Imago Images

Medi Bayreuth will die Saison mit dem vierten Sieg in Serie beenden. Das würde zugleich Platz zehn in der Endabrechnung bedeuten.

Basketball - Das letzte Spiel der Bundesligasaison könnte auch das letzte von Raoul Korner als Trainer von Medi Bayreuth sein. „Wir haben die Entscheidung auf nach dem letzten Spiel vertagt“, sagt der 47-jährige Österreicher noch einmal vor der Partie am Sonntag (15 Uhr) bei der BG Göttingen. Mit einem Sieg würde sich seine Mannschaft den zehnten Platz sichern, ansonsten müsste sie auf Schützenhilfe hoffen. Denn Göttingen hat das Hinspiel gewonnen (82:80) und wegen der Quarantänepause am Dienstag noch ein Nachholspiel bei den Baskets Oldenburg.

„Es wäre schön, die Saison mit vier Siegen in Serie abzuschließen. Und ein Top-Ten-Platz wäre angesichts der Ausgangssituation vor der Saison sehr gut“, sagt Korner. Allerdings muss er erneut auf Frank Bartley verzichten. Dem Bayreuther Topscorer wurden alle vier Weisheitszähne gezogen. „Momentan sieht er im Gesicht aus wie ein Breitmaulfrosch, das ist nicht spaßig“, berichtet sein Coach. „Aber jetzt hat er es wenigstens hinter sich. Irgendwann wird es für einen Leistungssportler ja auch gefährlich, wenn er nicht essen und schlafen kann.“

Das Ende der Leiden

Am Dienstag beim 80:58 gegen Frankfurt sprang erneut David Walker in die Bresche. „Er ist derjenige, der am meisten unter dem Lockdown und den Einschränkungen sozialer Natur leidet“, erklärt Korner. „Die Vision, dass der Spuk bald vorbei ist, hat ihn in den letzten zwei Spielen sehr befreit.“ Auch dank ihm habe man das Spiel recht souverän über die Bühne gebracht, obwohl die Frankfurter immer „sehr kompakt stehen, kaum Rhythmus zulassen und das Tempo rausnehmen. Wir hatten aber die notwendige Geduld und die entsprechende Tiefe.“

Auch Göttingen verlor nach der Quarantäne – allerdings gegen Euroleague-Viertelfinalist Bayern München (90:102) und Playoff-Teilnehmer Hamburg Towers (91:93). Dabei kamen die Niedersachsen am Dienstag nach einem zwischenzeitlichen 13-Punkte-Rückstand (68:81/33.) 23 Sekunden vor dem Ende sogar noch einmal zum 91:91-Ausgleich, ehe Hamburgs Aufbauspieler T. J. Shorts kurz vor Schluss für die Entscheidung sorgte. Ein letzter Dreierversuch von Topscorer Rihards Lomazs (26 Punkte) verfehlte sein Ziel. „Sie haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert und da eine Aufholjagd gestartet. Und nach drei Spielen sollte die Quarantäne raus sein, das wissen wir aus unserer Erfahrung, und es wieder halbwegs funktionieren“, verweist Korner auf das gestrige Göttinger Spiel in Bamberg. „Darauf sollten wir uns also nicht verlassen.“

Firepower von den Außenpositionen

Der im Januar nachverpflichtete lettische Nationalspieler Lomasz, der mit seinen 38 Punkten gegen Bonn den Saisonrekord hält, gehörte schon in Bayreuth mit 18 Zählern zu den besten Göttingern mit Center Tai Odiase (22) und Aubrey Dawkins (20). „Man muss aber auch noch Luke Nelson nennen“, ergänzt Korner. „Odiase ist sicher unter dem Korb derjenige, welcher, aber bei Göttingen ist die Besonderheit, dass sie auf den Außenpositionen hochtalentiert sind und gewaltige Firepower haben. Da kann jeder locker 20 Punkte und mehr erzielen.“

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