Der SPD-Chef Lars Klingbeil hat klargemacht, dass seine Partei an Frauke Brosius-Gersdorf als Kandidatin für das Richteramt in Karlsruhe festhält. Aus Sicht seiner Partei ist das eine Selbstverständlichkeit. Im Laufe der Debatte sind, anders als Klingbeil sagt, keineswegs die Bedenken gegen die Professorin ausgeräumt worden. Sie bestehen in der Union weiter massiv fort. Was Klingbeil sagen wollte und womit er Recht hat: Wäre Vernunft das Kriterium der Wahlentscheidung, müsste die Sache inzwischen klar sein. Brosius-Gerdorf konnte deutlich machen, dass ihre differenzierten Äußerungen zur Menschenwürde ungeborenen Lebens keineswegs aus dem Geist radikaler oder extrem-feministischer Pro-Abreibungsagitation entspringen, sondern gravierende ungelöste Rechtsprobleme thematisieren.