Richard Wagner New Yorker vermachen Millionen an Bayreuther Museum

Das Wagner-begeisterte Paar Jeffrey und Nadežda Brinck aus New York hat testamentarisch festgehalten, sein gesamtes beträchtliches Vermögen ans Richard-Wagner-Museum zu vererben.

Übergabe der Anerkennungsurkunde der neu errichteten „J & N Brinck-Foundation“ in Haus Wahnfried mit (von links): Matthew Brinck, Norbert Hübsch (Regierung v. Oberfranken), Sven Friedrich (Geschäftsführender Vorsitzender), Nadežda und Jeffrey Brinck, Regierungspräsident Florian Luderschmid, Stefan Seewald (Geschäftsführer Oberfrankenstiftung) Foto: Richard-Wagner-Museum

2026 feiert Bayreuth nicht nur 150 Jahre Festspiele, auch das Richard-Wagner-Museum hat Jubiläum: Es besteht seit nun 50 Jahren. Pünktlich dazu stiftet das New Yorker Ehepaar Jeffrey und Nadežda Brinck sein beträchtliches Vermögen für die Arbeit von Museum und Archiv, wie am Donnerstag mitgeteilt wird.

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Die Höhe wird mit einer „mittleren siebenstelligen Summe“ beschrieben, also mehrere Millionen Euro. Zudem geht auch die „bemerkenswerte Wagner-Sammlung“ von Jeffrey Brinck ans Bayreuther Museum über, wie es in der Mitteilung heißt. Bereits im Jahr 2011 hatte er 42 Briefhandschriften als Schenkung überlassen. Zur Verwaltung des Millionen-Erbes und der Sammlung ist kürzlich die Stiftung „J & N Brinck-Foundation“ mit Sitz in Bayreuth gegründet worden.

Jeffrey und Nadežda Brinck sind enthusiastische Liebhaber der europäischen Kultur, der Oper und vor allem der Werke Richard Wagners. Viele Jahre lang besuchten sie auch die Bayreuther Festspiele und das Richard-Wagner-Museum im Haus Wahnfried.

Obwohl infolge der Covid-Pandemie und aus Altersgründen das Reisen für sie schwieriger wurde, verfolgten Jeffrey und Nadežda Brinck die Arbeit von Museum und Archiv in freundschaftlicher Verbundenheit mit Direktor Sven Friedrich stets mit großer Aufmerksamkeit und Sympathie, insbesondere auch die Sanierung, Erweiterung und Neugestaltung zwischen 2010 und 2015.

In der Folge beschlossen sie, ihre Sammlung und ihr Vermögen im mittleren siebenstelligen Bereich testamentarisch dem Museum und Archiv zu vermachen. Zweck der dafür eingerichteten Stiftung ist laut Satzung die anteilige Förderung des Erwerbs wertvoller Ergänzungen des Archivs, der Erhaltung und Pflege seiner Sammlungen, die Einführung verbesserter Mittel und Technologien zwecks Erleichterung der Verbreitung der Sammlung in der Öffentlichkeit und der Finanzierung von Instandhaltung und Betrieb des Museums. Den Vorsitz haben Museumsdirektor Friedrich und Stefan Seewald, Geschäftsführer der Oberfrankenstiftung, inne.

Stifter hält rede auf Deutsch

Jeffrey Brinck erklärte nach Unterzeichnung der Stiftungsurkunde in deutscher Sprache: „Mit aller angemessenen Demut möchte ich sagen, dass meine Frau und ich entzückt sind und, ja, auch stolz darauf, uns solch vornehmen Gönnern Wagners anzuschließen, wie zum Beispiel König Ludwig II., Otto Wesendonck, Franz Liszt, Julie Ritter, Eliza Wille, Hans von Bülow, Peter Cornelius, Theodor Apel, Theodor Uhlig, Wilhelm Fischer, Ferdinand Heine, Napoleon III., Fürstin Pauline Metternich, Anton Pusinelli, Ernst Benedikt Kietz, Gottfried Anders, Samuel Lehrs, Joseph Alois Tichatschek, Wilhelmine Schröder-Devrient, unter Übergehung von Friedrich August II. von Sachsen, Kaiser Wilhelm I. und seinem Minister Otto von Bismarck, um Richard Wagners vormaligen Lebensunterhalt und heutiges künstlerisches Erbe zu unterstützen. Wir wissen mit Gewissheit, dass Wagner, lebendig oder tot, diese Achtung für seine Kunst wertschätzen würde.“

Der geschäftsführende Vorsitzende der neuen Stiftung, Museumsdirektor Friedrich, zeigte sich hocherfreut und sagte: „Die überaus großherzige Entscheidung unserer hochgeschätzten Freunde und Gönner Jeffrey und Nadežda Brinck aus New York, ihr gesamtes beträchtliches Vermögen testamentarisch der heute von ihnen errichteten Stiftung zugunsten von Museum und Archiv zu vermachen, beweist gerade im Jahr des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele und des 50-Jährigen Bestehens der Richard-Wagner-Museums nicht nur die ungebrochene internationale Wirkung Richard Wagners, sondern ist auch eine nachgerade anrührende Anerkennung und Wertschätzung unserer Arbeit.“

Gerade in wirtschaftlich immer schwierigeren Zeiten werde die J & N Brinck-Foundation künftig einen Beitrag zur Zukunftssicherung von Museum und Archiv leisten können. „So gilt Jeffrey und Nadežda Brinck auch ganz persönlich großer Dank für das in uns gesetzte Vertrauen. Es wird uns stets Ansporn sein, Museum und Archiv auch künftig in bewährter Weise weiterzuentwickeln.“