Das Motto ist kurz und knapp gehalten. Aber es passt wie die Faust aufs Auge: Vorhang auf! So heißt das Motto der Residenztage, so ist auch die Eröffnung des Weltkulturerbes selbst überschrieben. Am 12. April gibt es den Festakt für die geladenen Gäste, anschließend zwei weitere Aufführungen der Oper "Artaserse" von Johann Adolph Hasse.

"Wir brauchen danach noch einen Tag Umbauzeit, um das Bühnenbild abzubauen und unsere Rekonstruktion des ursprünglichen Bühnenbildes wieder aufzubauen", sagt Cordula Mauß, die Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung, im Gespräch mit unserer Zeitung. Danach aber, da heißt es dann "Vorhang auf!" für alle, die die Eröffnung nach sechs Jahren Restaurierungszeit herbeigesehnt haben. Einen ersten Einblick gibt die Schlösserverwaltung mit diesem Film.

 

 

"Wir werden ab dem 17. April bis zum 29. April ein großes Programm haben - mit Führungen, mit Fachvorträgen, mit der Möglichkeit, selbst mitzumachen", sagt Cordula Mauß. Unter der Woche sei das Programm etwas kleiner, an den Wochenende jedoch reiht sich Angebot an Angebot. Nicht nur im Opernhaus selbst, sondern auch im Neuen Schloss. "Denn wenn man beim Tanzen mitmachen möchte, ist das im Opernhaus doch ein bisschen beengt. Markgräfin Wilhelmine selbst hat auch im Schloss getanzt."

Blick dorthin, wo man sonst nicht hinkommt

Im Mittelpunkt stehen viele Beiträge von Mitarbeitern der Schlösserverwaltung, die hochqualifiziert Auskunft darüber geben können, wie die Restaurierung des Opernhauses vornstatten gegangen ist, die aber das eine oder andere Geheimnis lüften werden. Ebenso gibt es Vorträge und Führungen von Restauratoren, Planern oder Handwerkern, die die Teilnehmer dorthin mitnehmen, wo sie sonst garantiert nicht hinkommen werden. "Wir werden beispielsweise eine Führung haben, in der die komplexe Heiz- und Klimatechnik erklärt wird. Bei einer anderen Führung kann man dem Opernhaus im Wortsinn aufs Dach steigen." Außerdem habe, sagt Mauß, der ehemalige Museumsreferent Peter O. Krückmann in den letzten Monaten, bevor er in Ruhestand gegangen ist, die Forschung an der Baugeschichte noch um einige Facetten bereichern können, die "selbst ich noch nicht kennen", wie die Pressesprecherin sagt.

Auf der Bühne selber ein bisschen donnern

Das Opernhaus ist, sagen die Experten, "zu 98 Prozent im Original erhalten". Was unwiederbringlich verschwunden ist im vergangenen Jahrhundert: die barocke Bühnentechnik, die man damals offenbar für entbehrlich und - naja - entrümpelungswürdig angesehen und entsorgt hat. Klaus-Dieter Reus, Bayreuther Kulturpreisträger und ehemals Lehrer am Gymnasium Christina-Ernestinum (GCE), hatte sich dieser Technik verschrieben und zu der Technik auch ein wichtiges Buch verfasst. Er hat sich, sagt Mauß, mit den Schreinern der Schlösserverwaltung zusammengespannt, die bis zur Eröffnung noch "an lebensgroßen Nachbauten" einer Donner-, einer Wind- und einer Regenmaschine arbeiten werden, die bei den Residenztagen vorgestellt werden sollen. In einer Führung mit Klaus-Dieter Reus, selbstverständlich, wie Cordula Mauß sagt. "Die Gäste dürfen auf der Bühne dann auch mal selber donnern."

Kinder bekommen eine Lesung

Das Welterbe Opernhaus soll möglichst für viele Altersgruppen interessant werden. Deshalb gibt es bei den Residenztagen auch eine Premiere: "Wir machen eine szenische Lesung mit der Autorin Caroline Flüh, die die Kinder in das Preußen des 18. Jahrhunderts mitnimmt." Die Lesung in Kooperation mit der Jugendbibliothek des RW21 wendet sich speziell an Schulklassen. "Wir haben diesmal auch das Richard-Wagner-Museum als Partner" im Boot der Residenztage dabei, denn "ohne das Opernhaus wäre Richard Wagner ja wahrscheinlich nie nach Bayreuth gekommen".

Das komplette Programm mit den rund 100 Führungen, Vorträgen und Mitmach-Angeboten gibt es im Internet unter www.bayreuth-wilhelmine.de