Rekordhoch bei offenen Stellen

Von Peter Rauscher

Die Arbeitsagentur Bayreuth/Hof verzeichnet einen Rekord an offenen Stellen. Im April 2017 sind der Agentur im Bezirk 4841 unbesetzte Stellen gemeldet worden, vermutlich ein historischer Höchststand.

Viele offene Stellen sind gerade in der Region Oberfranken Ost frei. Foto: Carsten Rehder/dpa Foto: red

Ganz genau kann Evelyn Kannhäuser, Sprecherin der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, das mit dem Rekordhoch allerdings nicht sagen. Der Agenturbezirk Bayreuth-Hof bestehe erst seit 2012, zuvor war die Bezirkseinteilung eine andere. Aber der Blick auf die Zahlen davor lasse diesen Schluss auf jeden Fall zu.

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Die gemeldeten Stellen sind nur ein Teil der Jobs, die in der Region tatsächlich zu besetzen wären. Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg habe ergeben, dass nur 30 bis knapp 50 Prozent der Stellen von den Unternehmen der Arbeitsagentur auch gemeldet werden, sagte Kannhäuser. Der 30-Prozent-Wert gelte für akademische Berufe, rund 50 Prozent seien es bei mittleren Qualifikationen. Demnach wären tatsächlich mehr als 10000 Stellen im östlichen Oberfranken unbesetzt. Das entspricht in etwa der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen (10361 im April).

Die meistgesuchten Berufe

Die zehn meistgesuchten Berufe im Bezirk Bayreuth-Hof sind laut Arbeitsagentur: Helfer in der Lagerwirtschaft (200 Stellen), Berufskraftfahrer (161), Fachkraft für Verkauf (109), Helfer bei der Reinigung (103), Fachkraft in der Gastronomie (100), Fachkraft im Dialogmarketing (98), Fachkraft für Sanitär, Heizung und Klimatechnik (98), Fachkraft Bauelektrik (97), Fachkraft in Büro und Sekretäriat (96) sowie Helfer und Bediener bei Kran und Hebeeinrichtungen (87).

Auch bundesweit hatte die Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal einen Höchststand erreicht. Im ersten Quartal 2017 gab es nach IAB-Angaben 1,064 Millionen offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, 75 000 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Für 64 Prozent der offenen Stellen war eine abgeschlossene Berufsausbildung nötig, für 16 Prozent ein abgeschlossenes Studium. Bei 20 Prozent der Jobs wurde keine Ausbildung vorausgesetzt. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen suchen vor allem Fachkräfte mit einer Berufsausbildung“, sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. (Mit Material von dpa)