Mit welchen Argumenten will München jetzt punkten?
Ministerpräsident Söder sieht wenig überraschend das Münchner Konzept als das beste und aussichtsreichste. "Wir liegen bei den Sportstätten mit weitem Abstand vorne unter allen anderen deutschen Bewerbern. Wir können es. Wir wollen es. Wir sind auch das stärkste wirtschaftliche Land und das sicherste Land", sagte Söder. Zudem verweisen die Bayern immer wieder darauf, dass dank des Erbes von Olympia 1972 kaum neue Sportstätten gebaut werden müssten.
Nach der erfolgreichen Münchner Bürgerbefragung hat auch Augsburg, das mit zwei Sportstätten an dem Bewerbungskonzept beteiligt ist, eine Online-Befragung der Bürger gestartet. Die Anregungen aus der Bürgerbefragung würden dann bei der weiteren Planung berücksichtigt.
Söder sieht München im internationalen Vergleich weit vor den Mitbewerbern und als Sportstadt "unter den ersten Zehn" in der Welt. "Man stelle sich nur vor: Olympische Spiele, Paralympics und Oktoberfest – da kann man zwei Monate in Bayern komplett verbringen", sagte Söder dem Bayerischen Rundfunk. BLSV-Chef Ammon kündigte an, nun verstärkt auch auf internationaler Ebene für Olympia in München zu werben. "Wir dürfen nicht vergessen: Der Köder, der schmecken muss, ist für die Delegierten beim IOC. Es sind nicht die deutschen Verbandsvertreter", sagte Ammon.
Welche Chancen hat eine deutsche Bewerbung überhaupt?
Bei der Vergabe-Entscheidung im IOC muss Deutschland mit starker Konkurrenz rechnen. Indien und Katar haben sich für 2036 in Position gebracht, auch Saudi-Arabien dürfte nach der Fußball-WM 2034 Interesse an Olympia haben. In Europa könnte Madrid der stärkste Rivale einer deutschen Bewerbung sein. Noch aber ist offen, wann und nach welchem Modus künftige Spiele vergeben werden. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat eine Kommission einberufen, die den aktuellen Auswahlprozess überprüfen soll.