Regionale Tourismus-Messe Fränkische Schweiz lässt die Muskeln spielen

Klaus Trenz

Die Fränkische Schweiz hat viele unbekannte Seiten. Dies wurde auf der Tourismus-Messe in Tüchersfeld hervorgehoben.

Interessante Gespräche über den Fremdenverkehr in der Fränkischen Schweiz gab es auf der regionalen Tourismus-Messe. Foto: /Klaus Trenz

Für die zweite „analoge“ Touristikmesse am Dienstag – im vergangenen Jahr fand sie nur digital statt – warben die Veranstalter selbstbewusst mit dem Bild eines jungen bärtigen Mannes, bekleidet mit Superhelden-Umhang und -maske, der die Muskeln spielen lässt. Das sollte unter anderem ausdrücken, dass die Leistungsanbieter der Region in Sachen Touristik „nur gemeinsam stark“ seien. Veranstalter waren das Fränkische-Schweiz-Museum und die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz.

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Angesprochen waren vor allem Beherbergungsbetriebe, private Anbieter von Ferienwohnungen, Tourenplaner und Organisatoren von Firmenausflügen. Sie sollten sich über die Freizeitangebote in der Region informieren. „Es geht darum, Kooperationen einzugehen und Netzwerke zu bilden“, sagt Museumsleiter Jens Kraus. Und sich letztendlich auch einen Überblick zu verschaffen über die vielfältigen Freizeitangebote der Region, über die nicht selten nicht einmal Einheimische Bescheid wüssten.

Dazu gab es eine Reihe von Fachvorträgen, die unter dem Motto Nachhaltigkeit und Digitalisierung standen. Und bei denen man schon mal gewagte Blicke in die Zukunft der Tourismusbranche in der Fränkischen Schweiz wagte. Vor allem der Vortrag von Bernd Flessner von der Universität Erlangen-Nürnberg scheint einen ziemlichen Eindruck hinterlassen zu haben. Die Ausführungen des Zukunftsforschers und Medienwissenschaftlers am Vormittag waren bei der Touristikmesse fast den ganzen Tag über noch Thema. Im Mittelpunkt weiterer Vorträge standen dann die Themen Klettertourismus, Onlinebuchungsmöglichkeiten, Vermarktung von Erlebnisangeboten, eigene Buchungsportale, Photovoltaik und Kooperationsmöglichkeiten mit dem Naturpark Fränkische-Schweiz-Frankenjura.

Insgesamt 30 Aussteller informierten im Museum über Natur-, Fels-, Wasser-, Kultur-, Genuss- und Erlebniswelten. Also „volles Haus“, wie Kraus meinte. Dabei dürfte es beim Rundgang durchaus die eine oder andere Überraschung gegeben haben. Sicherlich war nicht jedem der Messebesucher bekannt, dass man beispielsweise in Egloffstein Lama-Wandertouren unternehmen oder man sich in Pottenstein eine Rikscha mieten kann. Mit welchen Muskeln kann die Fränkische Schweiz spielen? Yvonne Maria Götz, Leistungsträgerbetreuerin in der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, und deren Kollegin für Öffentlichkeitsarbeit, Cindy Distler, sehen das Potenzial nicht nur bei großen Anbietern von Freizeitangeboten, sondern vor allem „bei den Kleinen, die mit Herzblut arbeiten.“ Also bei denen, die handwerklich arbeiten, wie beispielsweise Schnapsbrenner, Brauer und Wursthersteller. Solche, „die sagen können, wir machen etwas Wertiges“, so Distler. Und solche, die kreativ seien, „mit dem, was da ist“. Und außerdem meinen beide, dass man in der Fränkischen Schweiz „noch ganz viel entdecken kann“.

Die Muskeln hat die Partnergemeinde der Touristikmesse spielen lassen: Michael Wirth vom Tourismusverein Egloffstein und Umgebung hat im Dauermodus seine Gemeinde und deren touristische Angebote angepriesen, und das war alles andere als nicht wenig. Und als würde er die Worte von Cindy Distler unterstreichen wollen, dass man noch viel entdecken könne. Das ging von der Burg über die Führungen durch die Egloffsteiner Felsenkeller, dem Angebot für Angler, dem Wildpark Hundshaupten oder dem Fossilienklopfplatz bis hin zur Kulinarik in und rund um den Ort.

Für „unheimlich wichtig“ hält Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer die Touristikmesse. Es sei für jede touristische Einrichtung oder für Beherbergungsbetriebe „wichtig, den Austausch zu haben und dass man zusammenkommt“. Interessant seien zudem die Themen, die bei den Vorträgen von Fachleuten angeschnitten wurden. Aktuell sei für viele Anbieter die Energiefrage von existenzieller Bedeutung in einer Region, die nicht auf Ganzjahres-, sondern nur auf Saisontourismus setzen könne. Die Touristikmesse gebe vielleicht auch Antworten auf Fragen wie „Kann ich mir das noch leisten und funktionieren Preisanpassungen?“ Das Konzept der Messe aus der Mischung aus Präsentation und Information hält Frühbeißer jedenfalls für gut. „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden, sondern es reicht oft der Erfahrungsaustausch.“

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