Regens Wagner Auf den Spuren des Heiligen Franziskus

Brigitte Grüner
Elvira Scharl und Schwester Madlen Kolbrand (von links) begannen ihre Führung zum Franziskustag an der Klosterpforte bei der Szene mit dem Wolf von Gubbio. Foto: /Brigitte Grüner

175-jähriges Bestehen von Regens Wagner: Das Franziskusfest wurde bereits einen Tag früher gefeiert als üblich.

Mit Gebeten, Gesang, nachdenklich machenden Worten und Informationen endete der Reigen der Michelfelder Veranstaltungen zum 175-jährigen Bestehen von Regens Wagner. Im Zentrum des Interesses war am Nachmittag des 3. Oktober der Heilige Franziskus.

Eigentlich ist der Gedenktag des Heiligen, nach dem sich auch der amtierende Papst den Namen gegeben hat, am 4. Oktober. Wegen des Feiertages entschieden sich die Verantwortlichen, das Franziskusfest bereits einen Tag früher zu feiern. Franz von Assisi ist auch der Patron der Dillinger Franziskanerinnen, die in der Michelfelder Einrichtung für Menschen mit Behinderung seit der Gründung Dienst tun. Heute leben nur noch vier Ordensfrauen im kleinen Konvent hinter den Klostermauern. Oberin Schwester Madlen Kolbrand und Elvira Schart vom Seelsorgeteam führten 15 Besucher – meist aus der Pfarrei Michelfeld – über den in mehreren Jahren gestalteten Franziskus-Weg. In der moderierten Führung wurden Bedeutung und Entstehungsgeschichte der einzelnen Stationen beschrieben.

Elf künstlerische Installationen

Entlang des Wegs, der neben dem Sinnes- und Erlebnisweg von der Klosterpforte aus bis zur Clara-Kapelle führt, befinden sich elf künstlerische Installationen, die inspiriert wurden von besonderen Ereignissen aus dem Leben des Heiligen Franziskus und aus den Strophen seines berühmten „Sonnengesangs“. Die erste Skulptur entstand 2009. Der Nittendorfer Künstler Willi Hengge gestaltete aus Holz die „Vogelpredigt“. Sie erinnert an eine Legende über Franz von Assisi, der bekannt dafür ist, mit Tieren gesprochen zu haben. Seit 2011 steht vor der Klosterpforte die Skulptur „Franziskus und der Wolf von Gubbio“ der Künstlerin Sabine Mädl aus Kotzheim. Hier wird an eine weitere Legende erinnert. Demnach habe Franziskus im Wald mit einem wilden Wolf gesprochen und diesen bekreuzigt. Von diesem Tag an riss dieser keine Menschen und Tiere mehr, sondern ließ sich im Nachbardorf füttern.

In der Zeit danach fand sich bei Regens Wagner eine Projektgruppe zusammen, die das Ziel hatte, den Sinnes- und Erlebnisweg mit Elementen des berühmten Sonnengesangs zu einem Franziskusweg auszugestalten. Mit einem Bachlauf, diversen Blumenbeeten, einem Windrad und dem Klosterfriedhof waren bereits die Elemente Wasser, Wind, Erde und Tod vorhanden. Neue Installationen zu den Elementen Sonne, Mond und Sterne, Feuer und Frieden kamen im Laufe der Jahre hinzu. Oft haben die Macher lange überlegt, wie die Elemente gestaltet werden können. Die Sonne hat der frühere technische Leiter Josef Münster entworfen; sie wurde aus Edelstahl in einer Auerbacher Metallbauwerkstatt angefertigt.

Von innen beleuchtet

Mond und Sterne fanden als kleine LED-Lichter an der Decke der Marien-Kapelle, die zwischen dem Sinnesweg und den ab 2000 neu gebauten Werk- und Förderstätten sowie Wohnhäusern steht, einen guten Platz. Sie schalten sich ein, wenn der Bewegungsmelder in der kleinen Kapelle reagiert. Das Feuer wird von einem kegelförmigen roten Glaskörper symbolisiert. Am frühen Morgen und in den Abendstunden wird „das Feuer“ mit 800 LEDs von innen beleuchtet. Ganz wichtig war Franz von Assisi der Frieden zwischen allen Menschen. Dieses Anliegen wird bei Regens Wagner durch einen Friedenskreis dargestellt. Vier Holzfiguren sind durch ein dickes Seil verbunden. Jeder Besucher ist eingeladen, in den Friedenskreis zu treten.

Den Abschluss des Michelfelder Franziskusweges bildet die 2015 neu erbaute Clara-Kapelle nahe dem Friedhof. Die heilige Clara war eine der ersten Frauen, die Franziskus und seiner Bruderschaft nachfolgte und später in seiner Tradition eine eigene Schwesternschaft gründete. Aus diesen Wurzeln stammt auch der Orden der Dillinger Franziskanerinnen. In der Kapelle feierte Diakon Franz-Josef Reck mit den Franziskus-Gängern, Bewohnern und anderen Interessierten eine Andacht zum Abschluss des Franziskustages. Wer sich selbst auf die Spuren des Heiligen machen möchte, kann dies mit der 2021 veröffentlichten Broschüre auf eigene Faust machen. Alle Stationen sind anschaulich im Heft, das an den Schautafeln bereit liegt, dargestellt.

 

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