Reaktionen zum Alexbad Noch immer schlagen die Wogen hoch

Die angekündigte Schließung des Alexbades bewegt noch immer viele Menschen. Auch Bürgermeisterin Anita Berek äußert sich noch einmal.

Das Alexbad bleibt weiter geöffnet, auch die Diskussionen gehen weiter. Foto: F.M.

Bad Alexandersbad - Am Mittwochabend hat die Bad Alexandersbader Bürgermeisterin Anita Berek von offizieller Stelle die Nachricht erhalten, dass die Verlängerung der Genehmigung des Kassenkredits bis 30. April genehmigt und auf 5,315 Millionen Euro erhöht wurde. „Jetzt muss in dieser relativ kurzen Zeit eine dauerhafte Lösung in München gefunden werden“, schreibt sie in einer Pressemitteilung und bedankt sich besonders bei Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und den Zuständigen in den Ministerien.

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„Mein Schritt war für viele hart und unerwartet, aber es hat wieder Bewegung in die Sache gebracht. Das zeigt, dass er richtig war. Ich bin zuversichtlich, dass wir in weiteren Gesprächen und mit Hilfe weiterer Kooperationspartner eine Lösung zur Fortführung des Alexbades finden. Besonders freut mich, dass wir viele Mitstreiter gewonnen haben, die ideell dem Bad zur Seite stehen und unser wichtiges Gesundheitsangebot schätzen und nutzen“, teilt die Bürgermeisterin weiter mit.

Sie bedankt sich ferner bei den Mitarbeitern, die in den vergangenen beiden Tagen einer enormen Belastung ausgesetzt gewesen seien.

Einsatz für die Gemeinde

Am Mittwoch hatte Anita Berek im Gespräch mit der Frankenpost gesagt, dass sie nicht zurücktreten werde, wie es in der Gemeinderatssitzung am Montag mehrere Räte forderten. Sie sei angetreten, sich für die Gemeinde einzusetzen. Und das tue sie auch weiterhin.

Wie berichtet, hatte in der Sitzung auch der frühere parteilose zweite Bürgermeister Lutz Büttner ihren Rücktritt gefordert. Am Donnerstag sagte er der Frankenpost in einem Gespräch, dass allen damals beteiligten Gemeinderäten klar gewesen sei, dass das Bad defizitär werden würde. Allerdings sei das Defizit stetig kleiner geworden. „Ja, das Bad war auf einem guten Weg.“ Dies könne er belegen, da der frühere Bürgermeister und heutige Landrat Peter Berek zu jeder Sitzung eine genaue Aufstellung der Gästezahlen und Einnahmen aller Abteilungen vorgelegt habe. „Daran war ersichtlich, dass der Trend nach oben zeigt.“ Dass die Corona-Krise für das Bad eine schwere Zeit sei, verhehle er nicht.

Ursprünglich wollte Bad Alexandersbad laut Büttner auch ein Bistro für das Alexbad. „Das wurde uns aber nicht genehmigt.“ Betriebswirtschaftlich wäre ein Bistrobetrieb vorteilhaft gewesen, hätte dieser doch Tagesgäste gebracht. „Diese lassen erfahrungsgemäß viel mehr Geld im Bad und verursachen weniger Kosten als Kurzzeitgäste, die das Alexbad nun weit überwiegend besuchen. Letztere bedeuten einen höheren Umlauf in den Duschen und Umkleiden, die dann einen entsprechend höheren Reinigungsbedarf haben.“

Lutz Büttner ärgert sich

Mächtig ärgert Büttner der Seitenhieb von SPD-Kreisvorsitzenden Holger Grießhammer. Dieser hatte im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, dass gerade Büttner als Steuerberater und Betriebswirt hätte erkennen müssen, dass das Bad von vornherein defizitär und überdimensioniert sei. „Das ist ein Angriff auf meine Qualifikation“, zeuge aber davon, dass Grießhammer zu kurz denke. „Warum wohl sind die Osteopathen, die jedes Wochenende 30 bis 40 Seminargäste beherbergen, nach Bad Alexandersbad gekommen? Warum hat die Bertold-und-Brigitte-Hollering-Stifung hier ihren Sitz? Weil wir die Infrastruktur geschaffen haben.“ Die beiden Institutionen und noch weitere brächten der Gemeinde auf indirektem Wege viel Geld und sicherten so die Zukunft.

Büttner kreidet Grießhammer und der gesamten Kreis-SPD ferner an, „dass sie hinter dem rechtswidrigen Handeln von Frau Berek stehen“.

Auch Jürgen Nowak, Vorstandsmitglied der Deutschen Rheumaliga, AG Marktredwitz, meldet sich angesichts der Ereignisse in Bad Alexandersbad zu Wort. „Ich war fassungslos über das Vorgehen der Gemeinde Bad Alexandersbad. Auch wir erfuhren es aus der Zeitung.“

Rheumaliga in Sorge um Trainingsmöglichkeit

Derzeit seien die Mitglieder der Rheumaliga wöchentlich an zwei Tagen mit bis zu 60 rheumakranken Patienten aus dem gesamten Landkreis zum Funktionstraining im Alexbad, teilt er mit. „Die Patienten haben eine ärztliche Verordnung, die von den Kostenträgern genehmigt ist, und werden jetzt, ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit, innerhalb weniger Tage vor die Türe gesetzt. Was uns besonders betrifft, dass es derzeit keine alternative Therapiestätte gibt, welche diese Zahl von Patienten übernehmen könnte.“

Nowaks Hoffnung, dass eine rasche Lösung zum Wohl der Patienten gefunden werde, hat sich zumindest vorübergehend erfüllt. Ob es eine dauerhafte Lösung sein wird? M. Bäu.