Medi Bayreuth Abstiegskandidat Rasta Vechta kommt mit neuem Mut

Keine Angst vor schwierigen Würfen: 20 Punkte trug Edgar Sosa (links) zu Vechtas Überraschungssieg gegen Ulm bei. So gut sind seine Trefferquoten aber nicht immer. Foto: Imago Images//Erik Hillmer

Eine undankbare Aufgabe wartet in der Basketball-Bundesliga auf Medi Bayreuth. Einerseits ist mit Rasta Vechta ein Abstiegskandidat zu Gast, andererseits gibt es gute Gründe dafür, dass der Tabellenvorletzte die Hoffnung auf Rettung noch längst nicht aufgeben muss.

Basketball - Das scheint doch endlich mal auf einen einigermaßen geruhsamen Abend für Medi Bayreuth hinzudeuten: Die seit einiger Zeit auf beständig gutem Niveau spielende Mannschaft von Trainer Raoul Korner hat am Karsamstag um 18 Uhr Rasta Vechta zu Gast – eine jener Mannschaften, die auf den beiden letzten Tabellenplätzen liegen und bereits einen Rückstand von sechs Punkten zum rettenden 16. Rang aufweisen.

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Erwartungsgemäß ist der Coach mit dieser Sichtweise aber nicht einverstanden. „Ein Team, das zweimal gegen Gießen verliert, kann auch gegen Vechta verlieren“, erinnert er entwaffnend an die beiden Tiefpunkte der Saison gegen den anderen Abstiegskandidaten, der die Hälfte seiner gesamten Punktausbeute gegen Bayreuth errungen hat. Das Hinspiel in Vechta hat das Medi-Team dagegen gewonnen (bereits am vierten Spieltag), aber mit 92:89 gelang das nicht ganz mühelos.

Vor allem aber hält Korner den Zeitpunkt der Begegnung für nicht ganz glücklich. Das gilt trotz und sogar gerade wegen der letzten hohen Niederlagen des Tabellenvorletzten mit 71:101 in Oldenburg und dann vor allem mit 79:103 gegen die ursprünglich kaum stärker eingeschätzte BG Göttingen (da stand es bei Halbzeit 36:69!). Die Folge davon war nämlich ein Trainerwechsel: Thomas Päch wurde durch seinen Assistenten Derrick Allen ersetzt, der sich als erste Amtshandlung gleich einen sehr erfahrenen Co-Trainer an die Seite holte: Mauricio Parra (früher Oldenburg, Berlin, München und Tübingen). „So etwas kann immer kurzfristig neue Energie freisetzen“, mahnt Korner. „Selbst wenn sie später wieder verpuffen sollte.“ Deswegen dürfe man „keinesfalls übersehen, dass da eine Mannschaft kommt, die ums Überleben kämpft.“ Welche Qualität das Rasta-Team dabei an einem guten Tag abrufen kann, hat es vor drei Wochen mit einem klaren 92:77-Sieg gegen den Playoff-Anwärter Ulm gezeigt.

Hoffnung auf Ende der Personalmisere

Zusätzliche Hoffnung auf einen Aufwärtstrend macht man sich in Vechta, wenn sich die Personalsituation verbessert. Sehnlich wird vor allem Topscorer Jean Salumu (14,5 Punkte pro Spiel) zurück erwartet, der seit Ende Januar fehlt. Selbst Jung-Nationalspieler Philipp Herkenhoff, der erst sechs Spiele in dieser BBL-Saison bestreiten konnte, verspricht noch Verstärkung im Abstiegskampf. Für das Spiel in Bayreuth sind die Prognosen aber noch skeptisch. Auch der angeschlagene Dennis Clifford gilt als unsicher.

Mit den Nachverpflichtungen von Jesse Hunt und Edgar Sosa hat die Rasta-Führung auch schon aktiv eingewirkt. Vor allem der international sehr erfahrene Sosa weckte große Erwartungen, als er bei seinem Einstand in Bonn (89:94) gleich mit 30 Punkten glänzte (sechs Dreier), aber diese Leistung konnte er dann nicht konstant bestätigen. „Das ist ein typischer Scorer, der viel werfen will“, sagt Korner über den Nationalspieler der Dominikanischen Republik. „Aber er hilft einer Mannschaft in keiner anderen Weise und kann ihr auch schon mal einen Bärendienst erweisen, wenn er nicht gut trifft.“

Sosa ist somit ein Paradebeispiel dafür, wie es für Vechta gut oder schlecht laufen kann. „Ganz wichtig wird sein, wie wir rauskommen“, erklärt Korner. „Eine Mannschaft in dieser Lage kann man emotional brechen, aber dafür muss man auch entsprechend spielen. Wenn man sie dranbleiben lässt, hat sie am Ende nichts zu verlieren.“ Dafür steht dem Medi-Coach der komplette Kader zur Verfügung.

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