Wie Gravasterne aus kollabierender Materie entstehen
Mit dieser Lösung der Allgemeinen Relativitätstheorie bieten die Frankfurter Physiker erstmalig eine Antwort auf die seit 25 Jahren von Wissenschaftlern diskutierte Frage, wie Gravasterne aus kollabierender gewöhnlicher Materie entstehen können.
Daniel Jampolski erklärt: „Der Urknall des entstehenden Universums kann sich erst dann entfalten, wenn der Stern schon nahezu zu einem Schwarzen Loch kollabiert ist“. Das ungeklärte Verhalten extrem komprimierter Materie lasse Spielraum für neue Physik. „Wir können uns leichter vorstellen, dass der Urknall erst ganz spät einsetzt, wenn die Materie schon stark zusammengepresst worden ist, und zu neuen Effekten führt.“
Unvoreingenommener Blick auf das Unbekannte
Luciano Rezzolla, Professor für theoretische Astrophysik an der Goethe-Universität, fügt hinzu: „Nach Alternativen zu Schwarzen Löchern zu suchen bedeutet nicht, an ihnen zu zweifeln. Sie gelten nach wie vor als die naheliegendste und eleganteste Erklärung für das Ende eines gravitativen Kollapses.“
Doch gerade in der Wissenschaft und erst recht in der theoretischen Physik sei ein unvoreingenommener Blick auf das Unbekannte unerlässlich. Etablierte Lehrmeinungen und unkonventionelle Ideen verdienten gleichermaßen Aufmerksamkeit. „Die Geschichte hat uns mehr als einmal gezeigt, dass aus unkonventionellen Ideen irgendwann etablierte Lehrmeinungen werden.“