Am Anfang stand eine Schnapsidee Der Mainwelle-Moderator Bernd Rasser spricht über die Sonnenschirm-Flug-WM

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Radio Mainwelle und der „Nordbayerische Kurier“ laden am Samstag, 17. August, zur zweiten Sonnenschirm-Flug-WM an den Trebgaster Badesee ein. Warum sie nicht nur Schwachsinn und Blödelei ist, erklärt Moderator Bernd Rasser, der die Weltmeisterschaft mit ausgeheckt hat.

 Foto: red

Ist nicht die ganze Idee einer Sonnenschirm-Flug-WM ein einziger Schwachsinn?

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Bernd Rasser: Die Idee ist ja vor eineinhalb Jahren entstanden. Aber warum? Das ist mir selbst bis heute ein Rätsel. Also, ich als kleiner Kerl, das stimmt wirklich, bin mal von einer Garage mit einem Regenschirm heruntergesprungen, weil ich allen Ernstes gedacht habe, es würde weniger wehtun, weil ich einen Regenschirm in der Hand hab’. 20 Jahre später habe ich mir gedacht, eigentlich müsste das auch im Großen funktionieren. Wenn’s dann gleich ein Sonnenschirm ist, dann schwebt man wahrscheinlich über den ganzen Badesee. Die Tatsache, dass weder das eine noch das andere stimmt, ist aber mittlerweile völlig unwichtig geworden.

Warum?

Rasser: Im Prinzip hätte ja mal einer sagen können, pass’ auf Bernd, deine Idee hin oder her, das funktioniert nicht, man schwebt nicht. Aber das spielt überhaupt keine Rolle mehr, und gerade das, finde ich, ist das Reizvolle. Weil mittlerweile alles drumrum viel wichtiger ist: Die Optik, die verrückten Ideen – all das ist wichtiger, als zu schauen, ob es überhaupt funktioniert. Und es klappt mit einem normalen Sonnenschirm definitiv nicht.

Der Hans Moos hat erzählt, die ganze Idee sei bei einem Bier geboren worden, und man sei dann von einem Tisch gesprungen ...

Rasser: Wir saßen in der Tat in Leups beieinander und wollten das Ganze tatsächlich mit einem Regenschirm ausprobieren. Das haben wir dann doch nicht gemacht. Der allererste Versuch fand in der Mainwelle-Redaktion statt, vom Telefontisch mit einem normalen Regenschirm, der Zweitversuch im Hallenbad mit einem Sonnenschirm. Ich habe meinen Cousin dazu überredet, weil ich mich schlichtweg nicht getraut habe.

Dann sehen wir Bernd Rasser am Samstag nicht springen?

Rasser: Also, ich und die Kollegin Badewitz müssen ja moderieren. Letztes Jahr habe ich gemeinsam mit Kurier-Chefredakteur Joachim Braun bewiesen, dass ich mich trau’ und jetzt ist es auch gut. Diesmal sind unsere Sprecher vom Wochenenddienst dabei, wahrscheinlich in einem Kleeßmän-Kostüm. Also kein B- oder C-Team wie bei euch, sondern unser A-Team.

Man macht sich da schon ganz schön zum Affen, oder?

Rasser: Ja, das ist so. Es ist im Prinzip eine Art Katalysator für angestaute Lebensfreude, die man bei der Sonnenschirm-Flug-WM rauslassen kann. Als hätten sich die Menschen in der Region und darüber hinaus gedacht: Endlich, endlich gibt’s so was, wo wir uns zum Affen machen können. Aber es sind wirklich viele dabei, die sich ernsthaft vorbereiten, Kostüme basteln und so, als würden sie eine Lebenslücke füllen können mit dieser Idee. Das Hagebau-Team hat in dem Jahr zwischen der Flug-WM 2012 und 2013 nicht aufgehört, auf der Arbeit an diesem neuen Moment zu basteln, so was habe ich noch nie erlebt. So viel Blödelei dabei ist, für manche ist der perfekte Sprung lebensentscheidend.

So eine Weltmeisterschaft hat’s also einfach noch gebraucht?

Rasser: Heutzutage kann man ja alles machen. Das Schöne ist doch, dass es etwas Nettes, Fränkisches ist, was hier am Trebgaster Badesee entstanden ist. Die Teams, da sind so viel nette Typen dabei, es macht einfach Laune. In diesem Jahr ist aufgrund der Optik der einzelnen Teilnehmer für mehr Abwechslung für das Publikum gesorgt. Es geht nicht, dass man einfach nur so springt, es kommt auf die Performance des ganzen Teams an. Und den Luftgitarren-Contest gab es letztes Jahr auch noch nicht. Ich freue mich aber mehr auf die Moderation und das Herausfischen dieser patschnassen Wahnsinnigen, als auf den Sprung.

Das Gespräch führte Ute Eschenbacher