Radeln in Bayreuth Mehr Platz für Fahrräder in der Justus-Liebig-Straße

BAYREUTH. Im Bayreuther Süden wird viel geradelt. Aus sportlichen Gründen, oder um einfach zur Schule oder in die Uni zu kommen. Ein Stück Straße ab der Dostler-Kreuzung bis hinein in die Pottensteiner Straße - und umgekehrt - hat einige Kurier-Leser umgetrieben. Und genau dort wird jetzt Abhilfe geschaffen.

Die Problemstellung, die unter anderem Oliver Gschwender mit seiner Zuschrift anspricht, haben viele Radfahrer leidvoll erfahren: Der Radweg auf der Justus-Liebig-Straße ab der Kreuzung mit der Ludwig-Thoma-Straße "fällt relativ stark" zum Straßenrand hin ab."Die parkenden Autos auf Höhe der Bayreuther Tafel und vor der Kurve in die Pottensteiner Straße zwingen einen teilweise vom außerdem viel zu schmalen Radweg auf die Straße" auszuweichen. Und: "In der Pottensteiner Straße ist der Radweg dann ganz weg", heißt es in der Zuschrift.

Straße wird saniert

Problem erkannt, Problem gebannt: So könnte man beschreiben, was derzeit just auf dem Straßenstück passiert, wie der Leiter des Stadtplanungsamts, Ulrich Meyer zu Helligen, im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Zunächst geht dort gerade: erst einmal gar nichts. Die schlechte, wellige und rissige Deckschicht der Straße wurde zu Beginn der vergangenen Woche abgefräst. Und in der Folge wird nicht nur der Asphalt erneuert. Auch für die Radler wird alles neu. Und für die Autofahrer, speziell für den ruhenden Verkehr. Der bisherige Radweg "war auf beiden Seiten nur 1,20 Meter breit", sagt Meyer zu Helligen. "Stimmt auch, er führte direkt an den Parkständen vorbei."

Parkplätze mussen weichen

Damit die Radfahrer mehr Platz bekommen, "mussten wir die Parkstände auf der Nordseite weg nehmen", sagt Meyer zu Helligen. Auf einer Länge von rund 75 Metern wird es auf der stadteinwärtigen Seite also künftig keine Parkplätze mehr geben. "Eine zweistellige Zahl", rechnet der Verkehrsplaner vor. Damit schaffe man den Platz, um auf beiden Fahrtrichtungen für die Radler Schutzstreifen zu markieren, die 1,50 Meter breit sind. "Wenn wir den Radlern mehr Raum geben wollen, bleibt uns nichts anderes übrig." Auf der Seite Richtung Pottensteiner Straße und dem Bayreuther Radl-Ring bekommen die Radfahrer zudem einen Sicherheits-Trennstreifen, der einen halben Meter breit ist, zwischen den Parkplätzen, die dort eingezeichnet werden, und dem Schutzstreifen. Vorteil, neben der gestiegenen Sicherheit: "Wir bekommen eine recht geradlinige Führung des Radwegs." Auf der Südseite müssten die Radler auch nur einmal, statt wie bisher mehrfach, den Kurs ändern. Und: Der Schutzstreifen werde bis in die Pottensteiner Straße hinein gezogen, "bis zu der Bushaltestelle dort", sagt Meyer zu Helligen.

Bald sollen Markierungen aufgebracht werden

Wie der Leiter des Tiefbauamts, Norbert Hübner, auf Anfrage sagt, investiere die Stadt im Rahmen des Asphaltierungsprogramms rund 50.000 Euro in die Sanierung des rund 200 Meter langen Straßenstücks, "das sicher länger als 20 Jahre nicht neu gemacht wurde", wie Hübner sagt. Straßenaufbrüche, Spurrillen, Verdrückungen, Risse hätten die Fahrbahn gezeichnet. Nach fünf Tagen Bauzeit und Vollsperrung in der vergangenen Woche sei die Straße jetzt wieder befahrbar. "Am Donnerstag und Freitag sollen die Markierungen aufgebracht werden, wenn das Wetter passt", sagt Hübner.

Man müsse aber auch Rücksicht walten lassen

Bei zwei weiteren Anmerkungen, die den Kurier nach dem Aufruf, mögliche Probleme im Radnetz zu benennen, erreicht haben, sieht Ulrich Meyer zu Helligen dagegen keinen Handlungsbedarf: der Radweg zur Uni werde gerade im Sommer stark genutzt. Hier wäre eine Trennung von Fußgängern und Radlern oder eine Verbreiterung sinnvoll. Meyer zu Helligen sagt: "Getrennte Bereiche sehe ich sehr kritisch. Wenn auf dem Radweg nichts los ist, sollen die Radler ja auch nebeneinander fahren können. Warum soll man so etwas verbieten?", fragt der Verkehrsplaner. Das bringe keinen Mehrwert, "zudem ist die Strecke ja sehr gut einsehbar". Man müsse eben die vorgeschriebene Rücksicht walten lassen.

Manche Radler müssen nicht überholt werden

Gleiches gelte für die Querungen auf dem Uni-Radweg Richtung Altstadt. Hier heißt es, müsse man Sorge haben, "von Autos überfahren zu werden", die von der Spitzwegstraße etwa in die Jakobstraße oder die Adolf-Wächter-Straße abbiegen wollen. Da gebe es gar nichts zu diskutieren, sagt Meyer zu Helligen. Der Radweg hat an den Querungen Vorrang, sei entsprechend auch rot markiert. "Eine klare Regelung, dass der Radweg Vorrang hat. Der Autofahrer muss da warten und entsprechend auf die Radfahrer achten."

Ein weiteres, immer wieder angesprochenes Problemkind ist die Pottensteiner Straße. Meyer zu Helligen sagt zu den Konflikten, die immer wieder entstehen - Leser rügen beispielsweise "aggressives Verhalten der Autofahrer gegenüber Radfahrern" - dass den Verkehrsteilnehmern mit vier Rädern klar werden müsse: "Autofahrer sollten eigentlich dankbar sein, dass sie diese Fahrradstraße überhaupt nutzen dürfen." Radfahrer, die dort locker mit Tempo 20 fahren würden, müssten auch nicht überholt werden, weil dort maximal Tempo 30 zulässig sei. Und Autofahrer beim Überholvorgang schließlich schneller - also verbotswidrig - unterwegs seien.

Man kann auch ausweichen

Die Diskussion, ob Längs- oder die umgesetzten Schräg-Parkplätze mehr Sinn machten, sei müßig. Längsparker, sagt Meyer zu Helligen, wären auch durch aufgehende Autotüren gefährlich, außerdem wäre die Straße dann breiter - und damit auch die mögliche Geschwindigkeit der Autofahrer höher. Wichtig sei, sagt Meyer zu Helligen, dass im Bewusstsein der Autofahrer ankomme, dass die Radfahrer Vorrang haben, wenn sie durch die Pottensteiner Straße fahren. Wer mit dem Auto einen möglichen, minimalen Zeitverlust auf der 450 Meter langen Strecke nicht in Kauf nehmen wolle, für den gebe es schließlich parallel die Ludwig-Thoma-Straße als Ausweichstrecke.

 

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