Radeln in Bayreuth Bremsen und Beten auf der Nürnberger Straße

BAYREUTH. "Bremsen und beten“, dass alles gutgeht, empfiehlt Markus S. allen Radlern, die die Nürnberger Straße benutzen. Die Bundesstraße zwischen der Dr.-Konrad-Pöhner-Straße und der Kreuzung Cosima-Wagner-Straße und Richard-Wagner-Straße beschäftigt viele Kurier-Leser in ihren Zuschriften.

Und sie sind sich alle einig: Der für Radfahrer geöffnete Gehweg sei in manchen Bereichen zu eng und wegen vieler Ausfahrten auch sehr gefährlich. Auf der Straße zu fahren, ist weniger vergnüglich. Oder, wie es Sigrid S. formuliert: „Auf der Nürnberger Straße zu fahren, ist zwar erlaubt, aber im Berufsverkehr Selbstmord.“

Ausbauzustand katastrophal

Der passionierte Radfahrer Harald Lauterbach benutzt die Nürnberger Straße zwei- bis dreimal die Woche, und zwar in beide Richtungen. Auf dem für Radfahrer geöffneten, stadteinwärts links der Straße liegenden Gehweg müsse man besonders vorsichtig fahren, sagt Lauterbach, da zahlreiche Ausfahrten für Gefahr sorgen. Weil er die Strecke und ihre Gefahren kennt, fahre er stadteinwärts eben Schritttempo. Passiert sei ihm noch nie etwas. Harald G. auch nicht. Trotzdem hat er zahlreiche Kritikpunkte, die er per E-Mail dem Kurier mitteilte. Den Ausbauzustand des Gehweges, der für die Radbenutzung freigegeben sei, könne er nur als „katastrophal“ bezeichnen. Er sei eine „Buckelpiste par excellence, weil Baumwurzeln das Pflaster anheben würden. Auf der Gehwegfläche stünden Straßenlaternen, die wie Verteilerkästen und Bushalteschilder die Breite des Gehweges zusätzlich verengen würden. Verschärft würde die Situation dadurch, dass an manchen Tagen zur Leerung bereitgestellte Mülltonnen auf dem Gehweg stünden. Und der wichtigste Punkt, so Harald G., sei, dass dieser enge Gehsteig auch noch in beide Richtungen für die Radbenutzung freigegeben ist. Er benutze deswegen wegen all der Nachteile auf dem Gehweg die Fahrbahn, was der Wahl zwischen Pest und Cholera gleichkomme. Denn, sagt der Ganzjahres-Radler: Viele Autofahrer seien der Meinung, Radfahrer hätten auf Straßen nichts verloren, was sie durch wildes Hupen und Gestikulieren mitzuteilen pflegten.

Sicherung an Zapf-Enfahrt lässt zu wünschen übrig

Wie Harald G. spart auch Sigrid L. nicht mit Kritik an der Nürnberger Straße. Sie fragt, warum die Straßenlaternen nicht auf die Grünstreifen versetzt werden können. Dann könnten zwei Radfahrer aneinander vorbeifahren. Wenn eine oder mehrere Personen an der Bushaltestelle warten würden, sei die „Gefahrenstelle perfekt“. Als „dämlich“ bezeichnet sie die Sicherheitsschranken bei der ehemaligen Zapf-Einfahrt. Diese seien so eng, dass man mit einem Fahrrad kaum dran vorbeikomme, mit einem Anhänger oder einem Lastenrad schon gar nicht. Um diese Gefahrenstelle zu entschärfen, sollte der Radweg rot markiert und ein Stoppschild für die Ausfahrt aufgestellt werden. Noch besser wäre eine Ampel, die im Normalzustand Rot für die Ausfahrt anzeigt.

Geisterfahrerschild sorgt für große Verwirrung

Ebenfalls verbesserungswürdig sei die Einfahrt des Apart-Hotels, meint Sigrid L., weil „die Fremden nichts wissen vom beidseitigen Radverkehr“. Nur „große Vorsicht“ hätte sie an dieser Stelle, an der auch Kinder mit Rädern unterwegs seien, vor Unfällen bewahrt. Die Alternative, die Straße zu benutzen, grenze im Berufsverkehr an Selbstmord. Markus S. hat für Radfahrer, die die Nürnberger Straße auf dem Gehweg stadteinwärts fahren, zwei Empfehlungen: „Den Rad-/Fußweg nutzen und vor jeder Einfahrt abbremsen und beten.“ Was von vielen Radfahrern genannt wird, ist ein recht neues Phänomen, das auch Harald Lauterbach veranlasst hat, den Kurier zu informieren: Die schwarze Hand auf gelbem Grund mit den Worten „Stop, Falsch“. Das Schild wurde wenige Meter nach dem Hospitalstift an einen Laternenpfahl montiert und sorgt für große Verwirrung. Alexandra S. schreibt dazu: „Stadteinwärts endet seit neuestem der Weg für Fahrräder kurz hinter dem Altenheim. Soll ich da mein Schulkind in der engen Linkskurve auf die Straße schicken? Nicht nachvollziehbar, was da die Idee dahinter ist.“ Und Harald Lauterbach stellte in seinem Schreiben an den Kurier fest: „Soll der Radfahrer die sehr befahrene Bundesstraße vor der nicht einsehbaren Kurve überqueren oder sein Rad in die Hosentasche stecken?“

Radfahrer sollen sich in Luft auflösen

Es gibt aber eine Alternative, die auch Harald G. erkannt hat: Kurz vor dem Stopp-Schild führt links ein Gehweg zur Lisztstraße. Wer nun weiter in Richtung Innenstadt fahren will, fährt bis zur Cosima-Wagner-Straße, überquert diese und setzt auf der Lisztstraße seinen Weg in die Innenstadt fort. „So weit, so gut“, schreibt Harald G. Problem dabei sei jedoch, dass man an manchen Tageszeiten die Cosima-Wagner-Straße nur mit Mühe überqueren könne. Alexandra S. hat eine Erklärung für das Stopp-Schild: Hier sollen sich die Radfahrer in Luft auflösen.

 

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