Pscherer Motorgeräte Motorist konzentriert sich auf Hauptmarken

Marco und Daniela Pscherer strukturieren ihre Firma zum Jahreswechsel um. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Viele kennen das Unternehmen noch als Maschinendienst Bayreuth, obwohl es schon seit mehr als 15 Jahren nicht mehr so heißt. Marco Pscherer und seine Frau Daniela, die den damals noch Spitzel und Neise heißenden Gartengeräte-Fachhändler 2015 übernommen haben, wollen ihr Geschäft nun neu ausrichten und dabei einige Aktivitäten einstellen.

Um sich voll und ganz auf ihre Generalvertretung für Produkte des Herstellers Stihl sowie die weiteren Marken Viking, Sabo und AS-Motor konzentrieren zu können, werden die beiden zum Jahreswechsel sowohl die Reparatur von Fremdfabrikaten als auch den bislang unter dem Namen Maschinendienst laufenden Handel mit Ersatzteilen wie Kugellager oder Keilriemen einstellen.

Mit Fremdmarken zugeschüttet

Eine Alternative zu dieser Entscheidung gebe es nicht, „wenn wir auch noch in zehn Jahren da sein wollen“, sagt Marco Pscherer. Der Grund: Pscherer Motorgeräte sei mittlerweile der einzige sogenannte Motorist, der in Bayreuth nicht nur Geräte für die Garten- und Waldarbeit vom Hobby- bis zum Profibereich anbiete, sondern einen bislang auch markenunabhängigen Wartungs- und Reparaturservice. Und das sei zuletzt zunehmend zum Problem geworden, sagt Daniela Pscherer: „Weil wir mangels Alternative für die Kunden seit zwei Jahren im Service mit Fremdmarken geradezu zugeschüttet wurden.“ Mit der Folge, dass die Kunden der eigenen Marken in der Saison im Frühjahr und Sommer manchmal lange warten mussten. „Das können wir denen nicht länger zumuten.“

Vor allem aber stehe der Aufwand, den er und seine Mitarbeiter bei den Fremdmarken betreiben müssten, in keinem Verhältnis zum Ertrag, erläutert Marco Pscherer. Weil es bei denen keinen direkten Zugriff auf die Produktions- und Ersatzteillisten gebe, dauere es im Schnitt 50 Minuten, bis der Auftrag so aufgenommen ist, dass der Mitarbeiter in der Werkstatt loslegen kann. Bei einem Stihl-Produkt sei das keine Viertelstunde. „Das ist zusätzliche Arbeitszeit, die wir dem Kunden aber nicht eins zu eins draufschlagen können“, sagt Marco Pscherer. Deshalb stelle sich schnell die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Für ihn selber in der Kalkulation. Und für einen Kunden mit einem vielleicht preiswerteren Fremdfabrikat auch.

Zehn Beschäftigte

Wie eng die Verbindung der Pscherers, die 2018 vom Leitmedium der Branche als „Motorist des Jahres“ ausgezeichnet wurden, zu ihrer Hauptmarke Stihl ist, zeigt auch, dass sie als einer von vier Pilothändlern mit dem schwäbischen Konzern bei der Digitalisierung des Servicebereichs zusammenarbeiten. Ziel ist, dass von der Annahme eines Geräts bis zur Rückgabe an den Kunden alles so strukturiert wird, dass es dafür keine Fachkraft braucht. Die benötigt Marco Pscherer nämlich vor allem in der Werkstatt. Vier seiner dortigen Mitarbeiter haben einen Meisterbrief und sich darüber hinaus noch weitergebildet, sagt der 37-Jährige. Insgesamt hat seine Firma zehn Beschäftigte. „Und die sollen auch in zehn Jahren bei uns noch Arbeit haben. Deshalb ist dieser saubere Schnitt jetzt nötig.“

 

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