Verteidiger: Das System spricht Bände
Die drei Verteidiger, der Bayreuther Anwalt Alexander Schmidtgall und die Würzburger Hans Joachim Schrepfer und Norman Jakob sind überzeugt, dass Raufeisen sich auf völlig falscher Fährte befindet. Schmidtgall sagte, die Beweisaufnahme habe ein "System" offengelegt, mit dem das Landeskriminalamt seinen "Top-V-Mann" Mario F. bei den Regensburger "Bandidos" eingeschleust und äußerst erfolgreich geführt habe: Sein Mandant habe im Auftrag des Amtes Straftaten begangen, um in die abgeschottete Bande hineinzukommen und um nicht aufzufliegen. Wurde Mario F. doch mal gefasst, sei er mit dubiosen Methoden herausgepaukt worden. Im Fall eines Baggerdiebstahls in Dänemark sei die zuständige Kripo in Amberg sogar zur Fälschung von Ermittlungsergebnissen gedrängt worden - sozusagen "zum Wohl eines übergeordneten staatlichen Interesses". Schmidtgall räumte ein, dass es für den LKA-Auftrag, die 9,7 Gramm Crystal im November 2011 einzuschmuggeln, keinen letzten Beweis gebe, das LKA-System lasse aber keinen anderen Schluss zu. Erwiesen sei nämlich, dass das LKA am Tag nach dem Drogenschmuggel größtes Interesse an der Verwendung der Drogen hatte: Die 9,7 Gramm sollten zur "Zerstreuung" von Kriminellen Rockern bei einem vom LKA observierten Übertrittstreffen von "Bandidos" und "Hells Angel" dienen.