Stauberater helfen - auch mit Spielzeug
Auch Polizei und ADAC haben sich in Stellung gebracht: Um die Lage am Reisetag bestmöglich zu beobachten und aktuell einzuordnen, ist der ADAC Südbayern Stauberater im Einsatz. Dazu zählen drei Helfer auf Motorrädern, ein Wagen als koordinierende Einheit und ein Staubeobachtungsflugzeug. Allerdings seien Tipps für Ausweichrouten wie sonst oft bei Staus dieses Mal wahrscheinlich nicht möglich, hieß beim ADAC Südbayern. Wegen der Abfahrverbote bei Stau müssten Reisende in der Blechlawine ausharren. Die Stauberater hätten auch Wasser bei sich - und Spielsachen für Kinder.
Die Polizei im Süden Bayerns hat ihr Personal aufgestockt. "Wir sind mit der größtmöglichen Stärke im Dienst", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. "Unser Hauptziel ist, dass der Verkehr fließt und die Rettungsgasse freigehalten wird" - damit im Ernstfall schnell Hilfe kommen könne. Es sei der größte Verkehrseinsatz in der gut 20-jährigen Geschichte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Das Landratsamt Rosenheim hat vorsorglich einen "Katastrophenschutzsonderplan Autobahn" aktiviert. Er greift, wenn ein längerer Stillstand auf den Autobahnen droht. Am Samstag werde ab 7.00 Uhr eine Koordinierungsgruppe im Lagezentrum besetzt, die permanent die Lage beobachte. Aufgabe sei es, im Ernstfall Hilfe- und Versorgungsmaßnahmen zu organisieren und sicherzustellen, dass Rettungs- und Einsatzkräfte handlungsfähig blieben.
Anwohnerprotest gegen tägliche Blechlawine
Grund für die Brenner-Sperre ist eine Demonstration. Die 15.000 Bewohner des Wipptales, von denen viele in unmittelbarer Nähe von Autobahn und Bundesstraße leben, protestieren damit gegen Lärm, Feinstaub und andere Beeinträchtigungen im täglichen Leben durch den immer weiter wachsenden Verkehr. Initiiert hat den Protest der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger.
Auf österreichischer Seite ist von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr für Autos und Motorräder kein Durchkommen, auf italienischer Seite gilt die Sperre von 10.30 Uhr bis 20 Uhr. Lastwagen können bereits einige Stunden zuvor nicht mehr über den Alpen-Pass. Nicht nur die Autobahn, sondern auch die Bundesstraße und Nebenstrecken sind in dieser Zeit für den Transitverkehr zu. Auch in Bayern gelten bei Stau in bestimmten Landkreisen Abfahrverbote von der Autobahn.