Pride Week 2025 CSD Bayreuth geht in die vierte Runde

Auch in diesem Jahr wird es in Bayreuth wieder einen Christopher-Street-Day geben – mit Demozug, Musik, Reden und einer Pride Week. Was geplant ist.

In den Vorjahren startete der CSD-Zug vom La-Spezia-Platz. Foto: Dirk E. Ellmer

Die queere Community in Bayreuth geht auch in diesem Sommer wieder sichtbar auf die Straße. Unter dem Motto „Nie wieder still“ zieht der Christopher-Street-Day mit einer Demonstration, die in einer Kundgebung mündet, durch die Stadt. Das gibt der veranstaltende Verein Queer Bayreuth in einer Pressemitteilung bekannt. Bereits ab dem 21. Juli startet die dazugehörige Pride Week mit Führungen, Workshops und weiteren Veranstaltungen. Das Motto in diesem Jahr bezieht sich auf eine bundesweite Kampagne, welche sich für selbstbestimmtes Leben, eine offene Gesellschaft und gegen Anfeindungen und Hass stark machen will.

Nach der Werbung weiterlesen

Die Lage in Bayern zeigt die Hintergründe dieser Sorgen auf: 2023 wurden im Freistaat laut Innenministerium 190 queerfeindliche Straftaten erfasst – ein Höchstwert. Im Jahr 2024 lag die Zahl nur knapp darunter bei 177 Angriffen. In Oberfranken meldete das Polizeipräsidium 13 entsprechende Vorfälle im vergangenen Jahr. Beratungsstellen gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Auch die Bayreuther Community war in den vergangenen Jahren Ziel von Gewalt. Im Umfeld der CSD-Party 2023 wurden mehrere Menschen beleidigt, verfolgt und körperlich angegriffen. Der CSD-Umzug durch die Regensburger Altstadt wurde in diesem Jahr wegen der Bedrohungslage abgesagt.

Die Route

Statt wie in den Jahren zuvor am La-Spezia-Platz startet der Demozug in diesem Jahr vom Ehrenhof. Die Route führt dann über den ZOH, am Rathaus vorbei, über den Sternplatz und die Friedrichstraße, am Rotmaincenter vorbei, und endet wieder am Ehrenhof. Dort beginnt im Anschluss die Kundgebung mit Redebeiträgen, Livemusik und Infoständen.

Die Kampagne

Der CSD steht in diesem Jahr unter einem gemeinsamen Motto, das von zahlreichen CSD-Organisationen deutschlandweit getragen wird. Mit dabei sind Städte von Köln über Berlin, Erlangen, Nürnberg und viele weitere. „Das Erstarken rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien in Deutschland, Europa und der Welt erfordert von uns allen Wachsamkeit, um unsere Rechte und Freiheiten zu verteidigen“, heißt es dazu auf der Internetseite der Kampagne.

Redner und Musik

Bei der Abschlusskundgebung im Ehrenhof treten Künstler wie Bridget Brilliant mit einem Drag-Act sowie die Band Schrödingers Taube auf, die mit Rotz, Indie und Punkkrach sowie Dystopie und Politik in ihren Texten auffallen.

Redebeiträge kommen unter anderem von Bayreuths Zweiten Bürgermeister Andreas Zippel (SPD) und von Sina Mehrdad von der Initiative „Füreinander in Oberfranken“. Weiterhin dabei sind Organisationen wie Amnesty International, die Aidsberatung Oberfranken, Avalon, die Queerbeauftragte der Stadt Bayreuth sowie der Arbeitskreis Queer der Uni Bayreuth.

Um den Samstag herum findet die Bayreuther Pride Week statt: Geplant ist ab dem 21. Juli ein Programm mit Informations- und Mitmachangeboten. Bisher sind unter anderem ein Drag-Workshop, queeres Gaming, Schnelltestaktionen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, Speeddatings, ein Stammtisch, ein queeres Café, eine queere Tierparkführung sowie eine ökumenische CSD-Andacht angekündigt.

Weitere Informationen zur Demonstrationsroute, zur Pride Week sowie zur Möglichkeit, eigene Laufgruppen für die Demonstration anzumelden, stellt der Verein auf seiner Internetseite bereit. Gruppen, die während der Demo Flyer oder anderes Material verteilen möchten, müssen dies im Vorfeld anmelden. Helfer werden noch gesucht.