Süße Früchte ohne Reue Kirschen satt aus der Fränkischen Schweiz – Trotz Ernteeinbußen keine Knappheit

Elmar Schatz

PRETZFELD. Der Biss in die süße Kirsche darf unbeschwert genossen werden: Zweitausend Tonnen der roten Früchte werden im Anbaugebiet Forchheim – Fränkische Schweiz geerntet. Das sind 30 Prozent weniger als im Vorjahr, doch nach Frost im Mai und Trockenheit im Frühling waren weit schlimmere Einbußen befürchtet worden.

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Die Qualität der neuen Ernte ist überwiegend gut, sagt Herbert Hubmann, Geschäftsführer der Franken Obst GmbH in Igensdorf auf Kurier-Anfrage. Die Preise seien stabil, meint Manuel Rauch, Geschäftsleiter des Obstgroßmarktes Fränkische Schweiz in Pretzfeld. Es seien größere Kirschenmengen hereingekommen als erwartet. Die Frankenobst liefert fränkische Kirschen deutschlandweit an Supermärkte.

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Fränkische Obst-Kultur

Kirschen, Äpfel oder Birnen waren früher seltene Köstlichkeiten. Glücklich, wer Obstbäume im Garten stehen hatte, die schmackhafte Abwechslung im Kücheneinerlei boten. Billigobst aus Südländern verdrängte die einheimischen Früchte. Für die Bauern lohnte sich die Mühe nicht mehr, die Kulturen zu pflegen. Geld war in der Fabrik oder im Büro leichter zu verdienen als mit der Plackerei im Obstgarten. Streuobstwiesen wurden zu Bauplätzen. Erhalten blieb das Anbaugebiet Forchheim – Fränkische Schweiz dank des Fleißes und der Hartnäckigkeit seiner Obstbauern. In der Gemeinschaft gewannen sie Stärke. Sie schlossen sich in die fünf Erzeugerorganisationen in Igensdorf, Pretzfeld, Mittelehrenbach, Neunkirchen am Brand und Langensendelbach zusammen. Der Landkreis Forchheim widmet sich der Obst-Kultur. Seit 1961 besteht dort eine Kirschenversuchspflanzung mit Versuchsfeldern in Hiltpoltstein, Lützelsdorf und Buckenreuth. Seit 30 Jahren wird in Hiltpoltstein die Auswirkung des Obstbaus auf die Bienenzucht erkundet. In Lützelsdorf existiert ein „Kreisbienenlehrstand“.

Kirschen von höchster Qualität ernten die Obstbauern heute in der Region um Forchheim. Fränkische Kirschen essen Hamburger oder Berliner. Erst in zweiter Linie wird Obst in Brennereien, Mostereien oder Konservenfabriken verwertet.

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