EVP Premiere in Pegnitz: Frauen am Puck

Jürgen Masching
Aufmerksam lauschen die jungen Eishockeyspielerinnen den Ausführungen von Alexander Herbst (Dritter von rechts). Mit auf dem Foto zweiter Vorsitzender Markus Stiefler und im Hintergrund Leo Schmidt. Foto: Jürgen Masching

Der EVP wird zum Sammelbecken von jungen Eishockeyspielerinnen aus der gesamten Region

Pegnitz - Viele Dinge haben sich bei den EV Pegnitz Ice Dogs in den vergangenen Monaten geändert. So wurde die erste Mannschaft in der letzten Saison komplett neu aufgestellt, man setzte auf die Jugend und der Erfolg gibt den Verantwortlichen um sportlichen Leiter Alexander Herbst recht. Auch im Nachwuchsbereich boomt es beim EVP. „Wir könnten in jedem Spiel der U 11 mit fünf Blöcken spielen“, so Herbst.

Doch nicht nur das männliche Eishockey in Pegnitz läuft sehr gut. Nun haben sich auch einige Damen gefunden, um der schwarzen Hartgummischeibe nachzujagen. Alexander Herbst kam auf die Idee und schrieb einige Vereine an, die Jugendspielerinnen haben und sich vorstellen könnten, diese in einem Damenteam spielen zu lassen. Über die „sozialen Netzwerke“ hat zudem Natascha Libor Kontakt zu Spielerinnen aufgenommen. So stehen aktuell 16 Spielerinnen aus dem nordbayerischen Raum in Pegnitz auf dem Eis und trainieren. Unter der Leitung von Leo Schmidt und Katharina Libor haben die Mädels bereits einige Trainingseinheiten hinter sich und sind voll motiviert.

Auch eine Nationalspielerin ist dabei

„In Nordbayern gibt es seit einiger Zeit kein Damen-Eishockeyteam mehr, das auch in Ligen vertreten ist“, weiß Herbst. Das soll sich nun ändern, wenn es nach den Spielerinnen geht. Sie wollen nämlich nicht nur eine Hobbymannschaft sein, so der Tenor der Mädels. Dass sie Eishockey spielen können, zeigten sie nicht nur in den ersten Trainingseinheiten, sondern auch schon in diversen Mannschaften.

Die Jüngste unter ihnen hat wie Katharina Libor einen wohlbekannten Namen im Pegnitzer Eishockey. Lara Fitzek spielt aktuell in der U 15 der Ice Dogs. „Wir wollen Spaß haben und eine Gemeinschaft werden“, hofft Lara. Dennoch stehe bei ihr die Schule an erster Stelle. Auch eine Nationalspielerin steht auf dem Pegnitzer Eis: die Pegnitzerin Jule Brütting, die aktuell beim ERSC Amberg spielt, war im Sommer beim Kadertraining der U 16-Nationalmannschaft in Füssen dabei. Sie will nun auch mithelfen, in Pegnitz etwas aufzubauen – genauso wie ihre Amberger Teamkollegin Angelina Steffens. Die Ambergerin fährt mit ihrer Schwester Nina ins Training nach Oberfranken. Nina Steffens ist Torhüterin und spielt aktuell in der U 23 des ERSC Amberg. Beide finden es eine klasse Idee, in Pegnitz eine Damentruppe aufbauen zu wollen und sie werden einmal in der Woche in Pegnitz trainieren.

Eine längere Fahrstrecke haben zwei ehemalige Spielerinnen von den Höchstadt Alligators zu absolvieren. Darunter die 24-jährige Julia Hack, die vor vier Jahren das Ende der dortigen Damenmannschaft miterlebte. „Ich habe seither in Hobbyteams gespielt“, erzählt Julia. „Mir macht Eishockey spielen unheimlich Spaß und ich will mithelfen, hier etwas aufzubauen“.

Aktuell findet das Training der Mädchen immer montags um 20.30 Uhr im Pegnitzer Eisstadion statt. Weitere Spielerinnen, die sich vorstellen könnten, hier mitzumachen, können sich unter der Adresse anfrage@evpegnitz.de gerne melden. Unterdessen will Alexander Herbst versuchen, noch in diesem Jahr Freundschaftsspiele zu vereinbaren und ist bereits fleißig am Organisieren. Welchen Namen die Mannschaft trägt, wollten die Verantwortlichen noch nicht verraten.

Beim letzten Training hatte Alexander Herbst auch eine Überraschung für die Mädels dabei. Die Firma Lenk unterstützt alle Jahre in der Weihnachtszeit verschiedene Organisationen und Vereine mit einer Spende. So bekommen heuer der Ice-Dogs-Nachwuchs und die Damen insgesamt 1000 Euro.

 

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