Predigt-Slam am Sonntag Frohe Botschaft in vier Minuten

Proben für den Sonntag: Die Technik funktioniert, es wird nur noch ein bisschen Feinschliff geben: Pfarrer Hans-Dietrich Nehring in der Friedenskirche, die ordentlich die Technik aufgestockt hat. Foto: Eric Waha

Die Kirche nimmt den digitalen Weg. Und einen, der Spaß machen soll. Am Sonntag wird es in Bayreuth einen Predigt-Slam geben, der über Youtube live ausgestrahlt wird. Sieben Pfarrer stehen vor der Kamera in der Friedenskirche im Stadtteil Birken und predigen, was das Zeug hält. Es soll vor allem eine frohe Botschaft ausgesandt werden, denn Corona sorgt schon für genug Verdruss.

Bayreuth - Sieben Pfarrer, zwei Kameras, vier Minuten Zeit: Das ist der Rahmen, der am Sonntag ab 18 Uhr für ein neues Gottesdienst-Gefühl sorgen soll. Denn statt einer Predigt im herkömmlichen Sinn wird es bei dem außergewöhnlichen Gottesdienst in der Friedenskirche im Stadtteil Birken eben sieben geben – als Predigt-Slam. Und obwohl Friedenskirchen-Pfarrer Hans-Dietrich Nehring, der als Liturg den Gottesdienst leiten wird, betont, „dass wir natürlich alle Gewinner sind“, wird es auch einen Sieger des Predigt-Slams geben.

Zwei Beiträge in der Hosentasche

„Wir haben jeder zwei Beiträge in der Hosentasche“, sagt Edmund Grömer, Pfarrer aus Bindlach, in der Zoom-Konferenz mit dem Kurier am Montag. „Einen hält man, den anderen hebt man sich auf, falls man nominiert wird.“ Ziel sei es für ihn, sagt Grömer, „dass man positive Gedanken predigt, nicht über die Last der Welt oder die Abgründe biblischer Jenseitswelten.

Mut und Kraft geben

Das sieht auch Stefanie Lauterbach, Pfarrerin aus Weidenberg so: Sie sagt, dass sie sich sicher mit Themen beschäftigen werde, die „den Menschen Mut und Kraft geben“. Uschi Aschoff, die für die Kirchengemeinde St. Johannis in den Wettkampf eintreten wird, hat ihre Beiträge schon fertig, wie sie verrät. „Freude und Lachen“ werden sie beschäftigen, denn auch das bringen die teilweise witzigen Sitzung in Teams und anderen Kanälen mit, die sie in den vergangenen Wochen gemacht hat. „Es gibt auch in der Krise viel zu lachen“, sagt Uschi Aschoff.

Feinschliff für die Slam-Beiträge

Etwas zugeknöpfter gibt sich Christoph Maser, der Saaser Pfarrer, was seine Beiträge angeht: Die bräuchten noch „etwas Feinschliff“, verrät er. Und: „Ich habe mich intensiv darauf vorbereitet, indem ich seit Wochen nicht beim Friseur war.“ Das Wort, das die Menschen in den vergangenen mehr als zwölf Monaten begleitet hat, „werde ich wahrscheinlich gar nicht in den Mund nehmen – Corona natürlich“, sagt Pfarrerin Andrea Nehring. Sie werde „über das Positive des Lebens und den Schutz Gottes“ sprechen, sagt Andrea Nehring

Abstimmen während des Liedes

Sie alle – und Friedemann Wenzke als weiterer Teilnehmer – werden am Sonntag in dem Predigt-Slam von einer kleinen Jury bewertet: „Jede Gemeinde entsendet ein Jury-Mitglied, das jeweils nicht für den eigenen Pfarrer stimmen darf“, sagt Nehring. Und wer die meisten Stimmen auf sich vereinen kann – abgestimmt wird während des Liedes, das die Gottesdienst-Band spielt –, der darf zum Schluss ein zweites Mal ran, mit einem weiteren Slam-Beitrag. „Wir starten um 18 Uhr, bis 19.15 Uhr etwa sollten wir zum Ende kommen“, sagt Nehring.

Die Technik ausgebaut

Um den Predigt-Slam als Live-Stream in Youtube übertragen zu können, hat die Friedenskirche aufgerüstet: Eine weitere Kamera ist installiert worden, „damit wir auch Schnitte machen können“, wie Nehring sagt. Das Video-Team der Kirche, das sich aus drei Iranern und vier Deutschen zusammensetzt, arbeitet noch daran, die technische Einbindung zu perfektionieren. Aber, wie Nehring in der Kirche zeigt, lässt sich bereits jetzt mit der Technik gut arbeiten. „Wir haben so etwas schon einmal vor etwa eineinhalb Jahren gemacht und das hat allen so viel Spaß gemacht.“ Eben nur unter anderen Bedingungen.

Verfolgen kann man den Predig-Slam am Sonntag ab 18 Uhr unter: https://youtu.be/gn6GIIVWnGk

 

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