Pottensteiner Bürger beschweren sich Scheppern und Dribbeln im Wohngebiet

Symbolfoto: Das laute Dribbeln und Scheppern am Basketballplatz der Graf-Botho-Schule stört einige Anwohner. Foto: Archiv/Ralf Münch

Anwohner der Spitalstraße fühlen sich vom Basketballspielen Jugendlicher gestört – Bürgermeister zieht Konsequenzen

Eine Beschwerde über das Basketballspiel einiger Jugendlicher erreichte das Rathaus. Die Anwohner gegenüber dem Hartplatz an der Graf-Botho-Schule stören sich daran, dass das Dribbeln des Balls, der Wurf auf den Ring des Korbs und die Musik, die ab und zu dabei läuft, die aus einem Radio kommt, zu laut sind.

Es ginge vor allem um die Nachmittags- und Abendzeit, berichtete Bürgermeister Stefan Frühbeißer dem Gremium des Stadtrats in der vergangenen Sitzung. „Wir erhielten eine Bitte, in irgendeiner Form tätig zu werden“, bestätigte das Stadtoberhaupt. „Die Beschwerde ist auch durchaus berechtigt.“ In Rücksprache mit den Anwohnern sei es nicht gewollt, dass der Basketballplatz gesperrt werde. Die „Lärmbelästigung“ müsse jedoch begrenzt werden.

Es habe auch Gespräche mit den Jugendlichen gegeben, die sich einsichtig zeigten. Trotzdem meinte Frühbeißer: „Wir sollten meines Erachtens ein Hinweisschild aufhängen, dass Rücksichtnahme erfolgt und ab 18 oder 19 Uhr das Spielen dort einzustellen ist. Das wäre eine Lösung, die von den Nachbarn so auch akzeptiert werde“. Auch Stadtratsmitglied Rainer Brendel (BPU) war vor Ort und sprach mit den Jugendlichen. Die beendeten an diesem Tag das Spielen und wechselten zu einer anderen Sportart. „Die haben dann noch Fußball gespielt. Das machte überhaupt nichts aus und war nicht auffällig laut“, sagte Brendel. Es ginge eben um das Scheppern des Basketballkorbs und das Dribbeln.

Auch dritter Bürgermeister Christian Weber (JL) sah in einer Hinweistafel die beste Lösung für das Problem. Lediglich die Zeitvorgabe sehe er kritisch. „Solange es nicht zu Beschädigungen oder Vermüllung kommt und die Jugendlichen sich einsichtig zeigen, reicht aus meiner Sicht ein Schild“, meinte Weber. „Ich würde künstlich keine Zeiten vorgeben. Es gibt ja die Nachtruhe. Ein jeder darf ja auch in seinem Garten bis 22 Uhr machen, was er möchte. Solange alle Rücksicht nehmen.“ Vor allem im Hinblick darauf, dass das Fußballspielen die Anwohner nicht stört. Doch eine Regelung bis 19 Uhr würde auch dem Freizeitspaß einen Riegel vorschieben. „Man muss ja nicht von Beginn an mit der Brechzange arbeiten.“

Doch mit dieser Einschätzung konnte das Stadtoberhaupt nichts anfangen. „Lärmbelästigung fängt da an, wo sich der andere gestört fühlt. So wurde es mir von den Anwohnern geschildert. Die waren auch der Meinung, dass man nach 19 Uhr nicht mehr spielen sollte“, antwortete Frühbeißer, der damit die Wünsche der Anwohner abermals wiedergab. „Das ist auch akzeptabel.“

Neben dem Auftrag eines Hinweisschildes werde der Hausmeister der Graf-Botho-Schule beauftragt, den Korb und die Halterungen zu überprüfen. Eventuell könne das „Scheppern“ dadurch etwas gemindert werden. Es werde geprüft, was noch alles machbar sei.

Auf Nachfrage des Stadtrats Reinhold Thiem (BU), ob die Nutzer des Platzes vorher überhaupt anfragen müssen, gab Frühbeißer an, dass dem nicht so sei. Vor einigen Jahren wurde bereits darüber gesprochen, ob man die Plätze komplett sperren solle. Seiner Zeit störten sich die Anwohner am Fußballspiel der Jugendlichen. „Wir hatten damals beschlossen, dass wir den Platz frei zugänglich belassen. Wir wollen ja auch, dass sich die Jugendlichen irgendwo treffen können“, gab Frühbeißer an. „Solange es niemanden stört.“

Bei der Entscheidung stimmten letztendlich zehn Stadträte und Bürgermeister Frühbeißer für Hinweistafeln, welche nun am kommenden Wochenende aufgestellt werden, und die Sperrung des Hartplatzes ab 19 Uhr. Die restlichen sechs Stadträte stimmten für ein Hinweisschild mit der Bitte um Rücksichtnahme.

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