Polizei verstärkt Mannschaft zum EM-Einstieg des Nationalteams – Beim Roten Kreuz halten sich Freiwillige bereit EM: Retter aufs Nachspiel vorbereitet

BayreuthVon Frank SchmälzleSonntagabend 22.45 Uhr, die Deutsche Fußballnationalmannschaft hat gerade ihr Auftaktspiel bei der Europameisterschaft gewonnen. Wenn es so kommt, steigt bei Polizisten und Rettungskräfte in Bayreuth die Spannung. Mehr als 100 Sicherheitskräfte sind im Einsatz oder stehen parat, damit die Fan-Feier friedlich verläuft. Und: Bayreuther helfen auch, wenn es irgendwo anders in Deutschland nötig wird.

"Dieser Ort hat sich bei den Fans eingebrannt", sagt Harald Stadter von der Bayreuther Polizei. Hier feierten sie, als Deutschland im WM-Finale 2014 gegen Argentinien gewann. Und hier werden sie wieder feiern, wenn die Nationalmannschaft bei der EM gewinnt. Foto: Archiv/Peter Kolb Foto: red

Harald Stadter wird vor Ort sein. Er ist der Einsatzleiter der Bayreuther Polizei auf der Fanmeile. Auf der Kreuzung am Rotmain-Center. Auf was er sich einstellt? Auf alles Denkbare. Auf schlechtes Wetter und nur ein paar Fans, die aber vielleicht trotzdem nicht einsehen wollen, dass sie den Verkehr auf dem Ring nicht blockieren sollten. Das gab es bei der WM 2014. Aber auch auf gutes Wetter und ein paar hundert Fans, die den Sieg der Nationalmannschaft begießen wollen. Dann ist volles Programm angesagt. Den Verkehr auf dem Ring absperren und die Fans vor sich selbst schützen. „Wir wollen den Leuten die Feier nicht vermiesen“, sagt Stadter. „Aber wir appellieren trotz aller Fußballbegeisterung an die Vernunft der Fans.“ Fußbälle in die Luft zu schießen, das gab es schon, ist zum Beispiel keine gute Idee. Wenn die Bälle mit Wucht wieder runterkommen und einen anderen Fan treffen, „wird das zumindest schmerzhaft, wenn nicht schlimmer.“ Und: Glasflaschen sind bei einer Fan-Feier ein Übel. Die landen auf der Straße, die Scherben sind eine Gefahr. Schnittverletzungen gehören zu den bösen Erfahrungen, die Fans und Retter bei der WM 2014 und der EM 2012 auf der Fanmeile gemacht haben.

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Mit dem Alkoholpegel sinkt die Einsicht

Zehn Polizeibeamte sind an einem normalen Sonntagabend in Bayreuth im Dienst. Am nächsten Sonntag müssen zusätzlich 25 Polizisten ran. Man will vorbereitet sein, denn eine spontane Fanfeier ist eine besondere Lage. „Bei einem Sport- oder anderem Großereignis kann man die Besucher an den Eingängen kontrollieren“, sagt Stadter. Auf der Fanmeile geht das nicht. Und: Alkohol ist an solchen Abenden ein Problem. Manche Fans haben bereits einiges intus, wenn sie kommen. Und trinken auf der Fanmeile weiter. Darunter leidet mitunter die Einsicht, sagt Stadter.

Einmal auf den Knopf drücken und 100 Leute springen auf

In der Integrierten Leitstelle läuft am Sonntagabend der Fernseher. Nicht nur weil auch dort Fußball-Fans sitzen. Sondern auch, weil für die Rettungskräfte des Roten Kreuzes der Rest des Abends vom Spielausgang abhängen kann. „Wir haben an Sonntagen zwei Rettungswagen rund um die Uhr und einen weiteren bis 21 Uhr zur Verfügung“, sagt Markus Ruckdeschel, Leiter der Integrierten Leitstelle. Wenn es nötig werden sollte, wären die Besatzungen der Rettungswagen zuerst am Ort des Geschehens. Und für den Fall, dass das nicht reichen sollte, hat er vorgesorgt. Um die 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Kreisverband Bayreuth haben Piepser. Und sie stehen in ihrer Freizeit parat. Diese 100 Helfer innerhalb von 15 Minuten zu alarmieren, „das ist kein Problem. Das machen wir auch bei Busunfällen.“

Bundespolizisten in Bereitschaft

Am Standort der Bundespolizei in Bayreuth halten sich an diesem Wochenende Beamte der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft bereit. Draußen stehen mehrere Polizeihubschrauber. Mit denen wären die Bayreuther Bundespolizisten im Notfall schnell an möglichen Brennpunkten in ganz Deutschland. So verfährt man nicht nur in Bayreuth: „Um flexibel auf kurzfristige Einsatzanlässe im Zusammenhang mit der Fußballeuropameisterschaft zu reagieren, hält die Bundesbereitschaftspolizei mobile Eingreifreserven bereit“, sagt Veit Diettrich, Sprecher der Bayreuther Bundespolizei.

Wenn also am Wochenende Hubschrauber der Bundespolizei über Bayreuth unterwegs sind, „dann ist das aus einsatztaktischen Gründen erforderlich“, sagt Diettrich. „Für diesen Fall bitten wir die Bevölkerung, die kurzzeitig durch den Fluglärm beeinträchtigt wird, um Verständnis.“