Polizei veröffentlicht Details über das Leben des Waldbewohners Wunsiedel: Das ist das Versteck des Waldläufers

Er lebte in einem beheizten, ausgebauten und perfekt getarnten Zelt - mitten im Wald: Die Polizei hat am Mittwoch umfangreiche Angaben zum Leben des sogenannten Waldläufers von Wunsiedel veröffentlicht. Kurios: Bei seiner Festnahme trug der Mann einen Schlafanzug.

Ein Blick ins Innere des Verstecks. Bei seiner Festnahme sei der Mann traurig gewesen, berichtet der leitende Oberstaatsanwalt. Foto: Polizei Foto: red

Der seit geraumer Zeit gesuchte 61-jährige Mann, der mutmaßlich seit mehreren Jahren im Wald bei Marktleuthen gelebt hat, ist am Freitagmorgen festgenommen worden. Am Mittwochmittag hat die Polizei in einer Pressekonferenz erstmals umfangreiche Angaben zum Leben des sogenannten Waldläufers gemacht:

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- Der Mann lebte in einem robust ausgebauten, beheizten Zelt. Das Zelt war bestens getarnt und von außen nur schwer zu entdecken. Im Inneren hatte der Waldläufer mehrere Zimmer eingerichtet, darunter ein "Schlafzimmer". Als die Beamten sein Zelt entdeckten, schlief er; bei seiner Festnahme trug er einen Schlafanzug.

- "Er ist körperlich unglaublich fit", sagt Hauptkommissar Robert Roth.

- "Offenbar lebte der Mann seit 2006 im Wald, weil es ihm dort besser gefällt als in der Stadt", erklärt der leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt. Ein "großer Verbrecher" sei der Waldläufer ganz sicher nicht.

- Die Polizei geht davon aus, dass der Waldläufer für etwa 90 Einbrüche in einem rund 50 Quadratkilometer großen Bereich verantwortlich ist. Noch am Freitag wurde er dem Ermittler vorgeführt; zurzeit sitzt er in einer Justizvollzugsanstalt.

Nach der Festnahme des Mannes hatten die geschädigten Hüttenbesitzer vielfach Mitleid mit dem 61-Jährigen geäußert. "Hätte ich gewusst, dass er kommt, hätte ich ihm zu essen raus gestellt", sagte eine Betroffene.

red