Festgefahren Mit zwei Promille ins Maisfeld

Melitta Burger

In Kulmbach ist ein Lkw in der Nacht zum Montag von der Straße abgekommen und in einem Maisfeld gelandet. Aktuell kommt es an der Stelle zu Verkehrsbehinderungen.

Kulmbach - Ein spektakulärer Unfall hat am Montagmorgen Polizei und Feuerwehr beschäftigt. Gegen 5.30 Uhr am Montagfrüh hat eine Verkehrsteilnehmerin der Polizei telefonisch mitgeteilt, dass in einem Maisfeld neben der Bundesstraße 85 auf Höhe der Firma Fischer und Jistel in Kulmbach ein großer Sattelzug steht und offenbar verunglückt war. Eine Kontrolle bestätige, was die Frau der Polizei gemeldet hatte. Der Sattelzug aus dem Zulassungsbereich Nürnberg war von der Straße abgekommen, hat einen Baum regelrecht umgemäht und ist schließlich im Feld gelandet. Aus eigener Kraft konnte der unverletzte Fahrer seinen Lkw nicht wieder zurück auf die Straße bringen. Das schwere Fahrzeug hat sich, wie die Kulmbacher Polizei berichtet, festgefahren.

Warum sich der Fahrer nicht unmittelbar an die Polizei gewendet hat,  konnten die Ermittler am Vormittag klären: Der Mann aus Bulgarien hatte rund zwei Promille Alkohol im Blut. Er hat nach dem Unfall, der sich laut Aufzeichnungen der Tachoscheibe wohl gegen 3 Uhr in der Nacht ereignet hat, nicht etwa die Polizei verständigt, sondern blieb einfach in seinem Führerhaus. An der Unfallstelle mutmaßen Einsatzkräfte, der Mann habe wohl erst seinen Rausch ausschlafen wollen.

Gegen 5.50 Uhr, als die Polizei die ersten Feststellungen gemacht hat, wurden schließlich die Feuerwehren aus Kulmbach und Leuchau alarmiert. Die Kräfte sicherten die Unfallstelle ab und versuchten, so gut es ging, auslaufenden Betriebsstoffe unter dem Lkw zu sichern. Auch ein Vertreter des Landratsamts wurde wegen der möglichen Umweltbeeinträchtigung an die Unfallstelle gerufen. Der Lkw-Fahrer hat, wie Einsatzkräfte berichten, unglaubliches Glück gehabt. Er war auf der Fahrt in Richtung Kulmbach mit seinem Lkw nach links von der Bundesstraße abgekommen und hat genau eine verrohrte Durchfahrt zu dem Feld getroffen. Nur wenig früher oder später und der schwere Lkw wäre wohl umgestürzt. Die Kollision mit dem Baum hatte Folgen: Die Ölwanne der Zugmaschine wurde aufgerissen. Etwa 20 Liter Öl sickerten ins Erdreich und müssen nun entsorgt werden.

Kurzfristig war die Bundesstraße 85 zwischen Kulmbach und Leuchau schon am frühen Morgen einmal vollkommen gesperrt. Danach ging es mit Behinderungen weiter. Im weiteren Verlauf des Montags war die Fahrbahn wegen der Bergung des Sattelzugs zwischenzeitlich erneut total gesperrt. Gegen 13 Uhr war der Lastwagen dann geborgen. Das Technische Hilfswerk muss am Nachmittag aber wegen der ausgelaufenen Betriebsstoffe das Erdreich ausbaggern. Daher bleibt die Bundesstraße vorübergehend halbseitig gesperrt. Die Vollsperrung ist aufgehoben.

 

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