Man könne die beiden Vorfälle in Hessen nicht vergleichen, betont Anne Höfer, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken. Die oberfränkischen Beamten seien bei den derzeitigen Veranstaltungen aber aufgrund der aktuellen Geschehnisse sensibilisiert, sagt Höfer auf Kurier-Nachfrage.

Derzeit bestehe keine konkrete Gefahr im Zusammenhang mit Veranstaltungen in Oberfranken, teilt Höfer weiter mit. Das Polizeipräsidium stehe im Austausch mit anderen Polizeidienststellen und Sicherheitsbehörden im Bundesgebiet. Bei den oberfränkischen Veranstaltungen wie den Faschingsumzügen seien Polizeibeamte deutlich sichtbar im Einsatz und stünden in Kontakt mit den Veranstaltern. Außerdem sei die Polizeipräsenz erhöht worden, antwortet Höfer auf Kurier-Anfrage.

Hundertprozentige Sicherheit könne es nie geben, sagt Joachim Oppold, Pressesprecher der Stadt Bayreuth, auf die Frage, ob die Stadt ihre Sicherheitsbemühungen nach den Vorfällen in Hessen erhöht. Natürlich würden Veranstaltungen wie die vier tollen Tage auf dem Markt geschützt, indem die Zufahrten mit tonnenschweren Betonsteinen gesperrt würden. Es bliebe aber eine Lücke, um Rettungsfahrzeugen die Zufahrt auf den Markt zu ermöglichen.

Großräumig abgesperrt

Wie soll man denn die Sicherheit der Teilnehmer und Besucher des Faschingsumzugs hundertprozentig garantieren können, fragt Jan Kempgens, bei der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (BMTG) zuständig für Veranstaltungen auf dem Marktplatz und dem Volksfestplatz.

Man könne den Umzug unmöglich hermetisch abriegeln, sagt der Verkehrsdirektor. Natürlich würden alle zur Verfügung stehenden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Beim Faschingsumzug seien 250 Absperrgitter aufgestellt worden. Einen schrecklichen Vorfall wie in Volkmarsen könne man damit aber nicht verhindern.

Bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz würde die Fläche großräumig abgesperrt. Aber auch die auf den Zufahrten zum Marktplatz aufgestellten Betonquader könnten keine vollständige Sperre garantieren, da für Rettungsfahrzeuge eine Zufahrt frei bleiben muss muss. Der Vorfall im Sommer, als sich ein Mann mit seinem Auto im Gassenviertel ein Rennen mit der Polizei geliefert hatte, sei Beweis dafür, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gebe.

Auf die Frage, ob es in Bayreuth Objekte gibt, die von der Polizei besonders überwacht werden, antwortet Höfer, dass sie „zum Beispiel zu der Anzahl eingesetzter Beamter und überwachter Objekte aus polizeitaktischen Gründen keine Informationen geben werden.“