Doch dass zunehmende Raserzahlen ausschließlich auf vermehrte polizeiliche Erfassung und statistische Effekte zurückzuführen wären, glaubt eigentlich auch niemand. Mehrere Landesregierungen gehen aktiv gegen Raser vor, die Strafen sollen Autoliebhaber mit Hang zur Höchstgeschwindigkeit empfindlich treffen: "Mitglieder der "Raser-Szene" definieren sich oft über ihre getunten und leistungsoptimierten Fahrzeuge", erklärt eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Innenministeriums.
"Daher hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen gute Erfahrungen damit gemacht, dass es unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen möglich ist, die Fahrzeuge sicherzustellen beziehungsweise zu beschlagnahmen." Eine weitere Option ist der Einzug des Führerscheins.
Auch im Süden beschäftigen Raser die Polizei: In Bayern hat das Innenministerium einheitliche Maßstäbe zur Bekämpfung des Raserphänomens festgelegt, wie der Ministeriumssprecher in München sagt.
"Die Wirkzusammenhänge zwischen Kontrolldruck, Sanktionshöhe und Verhaltensänderung sind wissenschaftlich erwiesen", resümiert ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums in Stuttgart. Wo schärfer kontrolliert und härter bestraft wird, vermindert sich also schlussendlich die Zahl der Raser.
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