Auch wenn er am nächsten Donnerstag 76 wird, ist er doch der geblieben, der er immer war: Einer, der seine Gedanken in klare Worte fassen kann und diese in Musik kleidet, die die Worte noch weiter - eigentlich direkt in die Herzen - trägt, wie er dies im Lauf des Konzerts selbst beschreibt. Man kann ihn als Philosophen, als Dichter, als Kritiker, als Musiker oder auch nur als Unterhalter verstehen. Er ist alles zusammen. Aufklären und aufrütteln will er, aber auch Schönheit und Liebe beschreiben in der „utopischen Idee eines herrschaftsfreien, liebevollen Lebens. Das ist eine Aufgabe der Kunst und der Kultur überhaupt“, sagte er jüngst in einem Interview. In der Pandemie hat er ein Buch über „Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten“ geschrieben, als er bemerkt hatte, dass er ja gerade kein Publikum hatte, das ihn in all seinen Konzerten ermutigt; „jeden Abend – wenn ich sehe, da sind ein paar hundert Leute, oft ein paar tausend Leute, die die gleichen verrückten Ideen haben wie ich“.
Poesie statt Parolen Drei Stunden Konstantin Wecker pur
Klaus Klaschka 29.05.2023 - 14:11 Uhr