Plötzlicher Abgang Reid Travis verlässt Medi Bayreuth auf eigenen Wunsch

Wohl nicht mehr im Trikot von Medi Bayreuth zu sehen: Reid Travis (links), hier noch im Duell mit dem Ulmer Gavin Schilling, ist in die USA zurückgekehrt. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Sollten Bundesliga und Fiba-Europe-Cup in der Tat noch einmal fortgesetzt werden, so wird Medi Bayreuth aller Voraussicht nach ohne Reid Travis auskommen müssen. Der Center kehrte den Bayreuthern unvermittelt und auf eigenen Wunsch den Rücken, wie Geschäftsführer Björn Albrecht auf Nachfrage mitteilte. „Viel mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen, denn die ganze Kommunikation lief über den Agenten von Reid.“

Er sei von der Entscheidung „komplett überrascht worden“, ergänzte der „alles andere als begeisterte“ Geschäftsführer. Er könne nur annehmen, dass die Flucht von Travis in Richtung USA mit den rasanten Entwicklungen in der Corona-Krise im Zusammenhang stehe. Die Frage, ob davon auszugehen sei, dass der 24-Jährige zurückkehre, sobald die Saison fortgesetzt wird, beantwortete Albrecht mit: „Das ist nur schwer vorstellbar.“ Für seine Organisation sei diese Meldung nur eine von vielen schlechten Nachrichten in einer Zeit, „die ich so auch noch nicht annähernd erlebt habe“.

Bayreuther Sportstätten geschlossen

Zu den vielen Ungewissheiten zählt auch die Frage, in welcher Art und Weise der Trainingsbetrieb in den kommenden Tagen am Laufen gehalten werden kann, nachdem die Stadt Bayreuth eine Allgemeinverfügung erlassen hat. Demnach sind ab sofort die Sportstätten der Stadt Bayreuth bis vorerst 19. April geschlossen. „Es gibt momentan ganz andere Probleme in der Welt, als ob Medi Bayreuth trainieren kann oder nicht“, sagt Trainer Raoul Korner zu diesem Thema. „Wir reden hier nicht nur von keiner Stimmung in den Hallen, leeren Tribünen, verschobener Saison. Es geht um Gesundheit und Existenzen. Es ist für alle eine Situation, die noch keiner erlebt hat.“

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In Sachen Reid Travis deutete auch er nur an, dass die Entscheidung mit dem Corona-Virus zusammenhängt. „Jeder geht damit anders um. Aber es ist in ganz Europa ein Thema unter den ausländischen Spielern, die lieber bei ihrer Familie sein wollen.“