Plankenfels Schulbus für ukrainische Kinder

Dieter Jenß
  Foto: Dieter Jenß

Ein Schulbus als Spende für eine Gemeinde in der Ukraine? Diese unglaublich anmutende Geschichte wird am Wochenende Realität. Dank der Initiative von Dieter Schreiber und Rudi Poser.

Am Samstag sollte um 5 Uhr eine neunköpfige Abordnung aus der Gemeinde Plankenfels in Richtung polnische Grenze starten. Mit dabei auch Bürgermeister Harald Wich. Mit 13 Stunden Fahrzeit rechneten die Helfer im Vorfeld. Darunter Rudi Poser aus Schressendorf, Chef des Reisebüros Posertouristik und des Busunternehmens mit Sitz in Hollfeld. Gemeinsam mit Gemeinderat Dieter Schreiber als Hauptorganisator machten die zwei beherzten Männer bereits zwei Hilfstransporte im Namen der Gemeinde Plankenfels möglich. Rudi Poser stellte hierzu jeweils einen Bus zur Verfügung.

Nachdem es Busunternehmer Rudi Poser gelungen war, einen preisgünstigen und technisch einwandfreien Bus zu beschaffen, mussten noch einige Verbesserungen am Bus vorgenommen werden. Zudem mussten rund 1500 Euro für die Überführung aufgebracht werden. Die angefallenen Gesamtkosten in Höhe von rund 13.000 Euro streckten Rudi Poser und Dieter Schreiber vor – in der Hoffnung durch Spenden wieder auf diese Summe zu kommen . Und womöglich darüber hinaus für weitere Hilfsmittel aus der Bevölkerung.

Bei der Sitzung des Gemeinderates Plankenfels zu Beginn dieser Woche berichteten die beiden Organisatoren über den bisherigen Verlauf der Spendenaktion, die ein großartiges Ergebnis erbrachte: Bisher sind 16.606 Euro auf das Konto der Gemeinde Plankenfels sowie weitere Geldspenden in bar eingegangen. Von der überschüssigen Summe wurden bereits große Summen für den Kauf von warmer Kleidung, Decken und Schlafsäcke verwendet.

Großartige Unterstützung

Bürgermeister Harald Wich zeigte sich erfreut über die großartige Unterstützung aus der Bevölkerung und dankte den beiden Organisatoren für das Engagement. Auf Nachfrage zeigte sich Rudi Poser angetan von der großen Spendenbereitschaft, deren Summen von 30 Euro bis zu vierstelligen Eurobeträgen reichten. Er hob eine 5000- Euro-Spende auf Vermittlung von Nicolai Teufel von der Uni Bayreuth hervor. Er leitet am Fortbildungszentrum Hochschullehre (FBZHL) das deutsch-ukrainische Projekt Learnopolis.net. Die Spende kam von „BT Help Ukraine Alliance“, hinter dem namhafte Bayreuther Unternehmen stehen, so Rudi Poser. Die Organisation arbeitet mit dem Rotarischen Hilfswerk zusammen.

Viel Unterstützung gab es auch in Form von Medikamenten durch die Stadt als auch durch die Kobold-Apotheke in Hollfeld, ebenso durch den Bundeswehr- und Freizeitshop Laden Seidler in Stechendorf. Das Reha-Team Bayreuth spendete vier elektrische Krankenbetten und einige Rollstühle. „Der Bus ist jedenfalls bis unters Dach voll bepackt. Zudem werden allein für Diesel rund 800 Euro benötigt.“, sagte Rudi Poser. Dessen Ehefrau Katja begleitet den Transport mit einem Sprinterfahrzeug, in dem neun Personen auf der Rückreise Platz haben.

Nach der Ankunft in der polnischen Grenzstadt Fredropol werden dort die Hilfsgüter ausgeladen. Dort ist auch für Verpflegung und Übernachtung gesorgt. Am Sonntag wird es gegen 9 Uhr nach Rudky in die Ukraine gehen. Wie bereits zu erfahren war, wird die Übergabe des Schulbusses in einem großen, feierlichen Rahmen zu Ehren der Gäste erfolgen. Nach einer weiteren Übernachtung in Fredropol wird die Rückreise am Montag, 3. Oktober, angetreten.

Busse beschlagnahmt

Auslöser der Spendenaktion war, wie unsere Zeitung Anfang September berichtete, ein Hilferuf aus Rudky in der Ukraine. Der dortige Bürgermeister, Ivan Lozynskyy, war beim letzten Hilfstransport im Juli eigens zur Spendenübergabe aus seiner rund 100 Kilometer von der polnischen Grenze entfernten Gemeinde angereist, um sich für die Unterstützung aus dem westlichen Landkreis Bayreuth zu bedanken. Dabei berichtete er über die großen Probleme in seiner Gemeinde. Von den bisherigen fünf Schulbussen für 250 Kinder stehen nur noch zwei zur Verfügung. Drei Busse hat die Armee beschlagnahmt.

 

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