Plätze im Mittelfeld Lia Schrievers beste Deutsche bei WM

Durchgekämpft hat sich Lia Schrievers trotz einiger Schwierigkeiten. Foto: Merbild/Merlin Muth

Nicht alle Hoffnungen erfüllten sich für die Neudrossenfelder Mountainbikerin Lia Schrievers bei ihrer ersten Elite-Weltmeisterschaft. Mit ihren Plätzen im Mittelfeld war sie aber immerhin beste Deutsche.

Immerhin beste der drei deutschen Teilnehmerinnen und nicht von der überragenden Siegerin Pauline Ferrand-Prevot überrundet – das kann sich Lia Schrievers nach ihrer ersten Weltmeisterschaft im Elite-Bereich auf die Fahnen schreiben. „Nicht mein stärkstes Rennen, aber glücklich darüber, wie ich mich durchgekämpft und auf dieser Strecke definitiv alles gegeben habe“, schrieb die 24-jährige Neudrossenfelderin nach Platz 28 im Cross-Country-Rennen in Les Gets auf Instagram und schwärmte wie schon eine Woche zuvor nach der Europameisterschaft in München von einer „tollen Atmosphäre. Ich bin dankbar, dass ich dabei war, und hoffe, im Val di Sole wieder bei 100 Prozent zu sein.“ In den italienischen Alpen steigt am kommenden Wochenende das Weltcup-Finale.

Während die Bedingungen am Olympiaberg eher einer Schlammschlacht geglichen hatten, war die anspruchsvolle Strecke in den französischen Alpen am Sonntag staubtrocken. Schrievers erwischte aus der Mitte des 71 Fahrerinnen starken Feldes einen guten Start, fiel am ersten Anstieg aber wieder etwas zurück und fuhr dann die ersten beiden der insgesamt sechs Runden gemeinsam mit Teamkollegin Nadine Rieder um Platz 30 herum. Während Leonie Daubermann in der dritten Runde wegen Knieproblemen aufgeben musste und Rieder schließlich als letzte überrundete Fahrerin 32. wurde, verlor Schrievers pro Runde zwischen 1:41 und zwei Minuten und kam nach einer Fahrzeit von 1:32:56 Stunden mit einem Rückstand von 10:48 Minuten ins Ziel. An der Spitze setzte Ferrand-Prevot das fort, was sie bereits in München angedeutet hatte. Bei der EM noch von einem Kettenklemmer gestoppt, setzte sich die 30-jährige Französin bei ihrer Heim-WM bereits nach drei Minuten ab und hatte nach zwei Kilometern schon 21 Sekunden Vorsprung. Diesen konnte sie auf ihrem Hardtail vor allem an den Anstiegen kontinuierlich ausbauen. Dahinter arbeitete sich die zwischenzeitlich auf den sechsten Platz zurückgefallene Olympiasiegerin Jolanda Neff aus der Schweiz dank ihrer Stärken in den technischen Abfahrten wieder auf den zweiten Rang nach vorne (+1:35 Minuten), gefolgt von Haley Batten aus den USA (+2:13).

Loana Lecomte (Frankreich) wurde eine Woche nach ihrem EM-Sieg nur Vierte (+3:27) – genauso wie der britische Olympiasieger Thomas Pidcock, der durch einen Sturz und Hinterradwechsel endgültig den Anschluss zu den Medaillenrängen verlor. Samuel Gaze, der am Freitag das Short-Track-Rennen vor den beiden Schweizern Filippo Colombo und Thomas Litscher gewonnen hatte, war bereits in der zweiten Runde gestürzt, auch Titelverteidiger Nino Schurter rutschte in einer Kurve weg. Im Gegensatz zum Neuseeländer konnte der 36-jährige Schweizer („Dieser Ort ist magisch für mich“) aber weiterfahren und sicherte sich 18 Jahre nach dem Junioren-WM-Titel an gleicher Stelle seinen zehnten (!) Titel bei den Männern vor dem Olympia-Dritten David Valero Serrano (Spanien/+0:09) und Luca Braidot (Italien/+0:29).

Das Short-Track-Rennen der Frauen hatte ebenfalls Ferrand-Prevot (21:56 Minuten) vor Alessandra Keller (Schweiz/+0:18) und Gwendalyn Gibson (USA/+0:21) gewonnen und damit ihre beeindruckende Titelsammlung nach Straße, Cyclocross, Cross-Country, Staffel und Marathon um eine weitere Disziplin erweitert. Lia Schrievers hatte nach einem laut eigener Aussage „guten Start und guten Gefühl“ mit starken Periodenkrämpfen zu kämpfen, die „mich daran hinderten, weiter zu pushen. Ich weiß, dass es immer ein paar schlechte Tage geben wird, aber es ist wirklich schade, sie bei den wichtigsten Rennen des Jahres zu haben.“ Somit ging es für die einzige deutsche Starterin von Platz neun nach der ersten von neun Runden immer weiter zurück, bevor sie schließlich in der siebten überrundet wurde – Rang 30.

Besser lief es für die Deutschen im Downhill: Nina Hoffmann holte mit Silber hinter der Österreicherin Valentina Höll die erste deutsche Medaille überhaupt, Johannes Fischbach wurde 20. beim französischen Dreifacherfolg durch Loic Bruni – dem 28-Jährigen fehlen jetzt nur noch zwei Titel zu Rekordweltmeister Nicolas Vouilloz (ebenfalls Frankreich/sieben) – sowie Amaury Pierron und Loris Vergier.

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