Pläne für das Wagnerzimmer im Donndorfer Hotel Fantaisie soll zum Museum werden

Von Thorsten Gütling

Karla Fohrbeck hat einen Traum: Wenn das Hotel Fantaisie am 11. Oktober in Donndorf schließt, soll das Zimmer, in dem Richard Wagner ein halbes Jahr lang gewohnt hat, zu einer Außenstelle des Richard-Wagner-Museums werden.

Wenn das Hotel Fantaisie im Oktober schließt, soll das Zimmer, in dem Richard Wagner 1872 gelebt hat, zum Bestandteil des Richard-Wagner-Museums werden. Die Idee kommt von Karla Fohrbeck. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Doppelbett, Kommode, Schrank, Tisch: all das stand schon 1872 in dem Zimmer. Alles Landbiedermeier. Alles schon von Richard und Cosima Wagner genutzt, als sie mit fünf Kindern und Hund Russ in dem Hotel unterkamen und den Baubeginn des Festspielhauses verfolgten. Als Wagner in Donndorf seine Oper Götterdämmerung zu Ende schrieb.

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"Mehr Originale als in der Rollwenzelei"

"In dem Zimmer stehen mehr Originale, als von Jean Paul in seiner Dichterstube Rollwenzelei", sagt Karla Fohrbeck. Die frühere Kulturreferentin der Stadt Nürnberg betreibt in Bayreuth eine Kulturagentur. Nicht umsonst, sagt sie, werde das Zimmer, in dem Wagner einst wohnte, noch heute als Wagnerzimmer an Festspielgäste vermietet.

Vor allem an internationale, sagt Uli Herath, der das Hotel 29 Jahre lang betrieb und am 11. Oktober wegen Personalmangels schließt. Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes aus aller Welt hätten das Zimmer nachgefragt, sagt Herath. Leute, die ein Gespür für den Raum mit der Nummer zwei an der Tür hätten. Der komfortabelste sei er nämlich nicht, sagt Herath. Wer nachts aufs Klo muss, der müsse über den Flur.

Für 500.000 Euro steht das Haus zum Verkauf

"Am besten werden solche Stücke an ihrem Originalort verwahrt", sagt Michael Henker, Vorsitzender des Wahnfried-Kuratoriums. Soll heißen: Wer die Möbel aus dem Zimmer holt und in ein Museum bringt, reißt sie aus dem Zusammenhang. Bei der Brauerei Maisel, der Eigentümerin des Hotels, heißt es, man wolle das Haus verkaufen, nicht mehr verpachten. Weil die Immobilie für viel Geld renoviert werden müsse. Für 500.000 Euro bietet die Artus Immobilien GmbH das Haus derzeit an.

Neue Räume für das Richard-Wagner-Museum

Dass das Haus zum Verkauf steht, macht nichts, findet Karla Fohrbeck. Dem neuen Richard-Wagner-Museum würden weitere Räume zum Forschen und für Büroarbeiten gut zu Gesicht stehen. So ähnlich klingt das auch bei Fabian Kern, dem Kulturreferenten der Stadt Bayreuth: Ein Besprechungszimmer könnte das Richard-Wagner-Museum vielleicht schon noch gebrauchen, sagt er. Erste Gespräche mit Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hätten bereits stattgefunden und Kern sagt: "Ende Oktober wollen wir das in Angriff nehmen."

Ein Sterbezimmer mitten im Casino

Henker, der Vorsitzende des Wahnfried-Kuratoriums, sagt: "Das Interesse an dem Wagner-Zimmer ist da." Henker sagt aber auch, dazu müsse man nicht gleich das ganze Hotel kaufen. "Denken Sie an Wagners Sterbezimmer in Venedig. Das ist der Öffentlichkeit zugänglich. Der Rest des Hauses ist heute ein Casino."