An der Pädagogischen Hochschule Bayreuth wurde damals eine neue Studierendenvertretung gewählt. Ein Kandidat tat sich dabei besonders hervor: Der Erstsemester, der im Artikel nicht namentlich genannt wurde, engagierte sich für die Anti-Baby-Pille. Er wollte sich für ihre Verwendung einsetzen.

Er erklärte, dass unter Studierenden ein regelrechter Schwarzhandel mit der Pille existierte. Sie wurde unter der Hand weitergegeben, weil viele junge Frauen die Pille nicht verschrieben bekamen. Damit sollte endlich Schluss sein.

 

Der Kandidat wollte sich mit Ärzten in Verbindung setzen, die bereit waren, die Pille auch unverheirateten Frauen zu verschreiben. Die Studierenden waren begeistert vom Engagement des Kandidaten und wählten ihn letztlich zu ihrem neuen Vertreter.

Nicht alle Mitglieder der Hochschule hatten dafür Verständnis. Auf den Wahlplakaten tauchten Schmierereien wie „Saubere Moral!“ auf. Die Evangelische Studentengemeinde äußerte Skepsis gegenüber der damals noch neuen Verhütungsmethode und der Vorstand der Hochschule wünschte sich, die Studierenden würden sich mit „wichtigeren Problemen“ beschäftigen.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von einem 42-jährigen Bayreuther, der, als er des Nachts betrunken aus einer Kneipe kam, feststellen musste, dass die Ventile an seinem Fahrrad abgedreht waren. Aufgebracht wankte er zur nächsten Telefonzelle und rief die Polizei.

Die Beamten erklärten ihm, dass es nicht ihre Aufgabe sei, nach den Ventilkappen zu suchen und es in seinem Zustand ohnehin besser sei, das Rad nach Hause zu schieben.

Das versetzte den betrunkenen Anrufer derart in Rage, dass er anfing, die Beamten am anderen Ende der Leitung wüst zu beschimpfen. Die Polizei schickte daraufhin eine Funkstreife zu besagter Telefonzelle. Der wütende Mann ließ sich von den Beamten jedoch in keiner Weise beruhigen. Die Schimpftirade ging weiter und umfasste auch Drohungen. Die Beamten nahmen den Mann schließlich in Gewahrsam. Der 42-Jährige musste mit einer Anzeige wegen Beleidigung rechnen.

Des Weiteren berichtete der Kurier, dass Strom-, Gas- und Wasserpreise in Bayreuth schon bald steigen würden. Die Stadtwerke erklärten, die Mehrwertsteuer, die Anfang 1968 eingeführt worden war, auf die Verbraucher umlegen zu müssen. Zunächst sollten auf die Preise für Strom und Gas zehn Prozent Mehrwertsteuer aufgeschlagen werden. Wasser würde um fünf Prozent teurer werden. Im Juli desselben Jahres sollten die Steuersätze dann auf elf und 5,5 Prozent steigen.