Eigentlich ist er viel zu groß, der Volksfestplatz, es bleibt noch viel Platz um die Stuhlreihen. Aber er ist fast ausverkauft. Nur drei-, vielleicht vierhundert Stühle bleiben unbesetzt. Aber die meisten sind dauerbesetzt. Nur vorne, direkt vor der Bühne sind sie aufgestanden. „Arme nach oben“, ruft Maffay, und vorne gehen sie nach oben. Je vorne, desto oben. Aber dann kam das Lied der Lieder „Und es war Sommer“ und dann standen auch die hinten von ihren Stühlen auf. Es sind eben doch seine alten Lieder, für die sie ihn lieben. Es glühen die Wunderkerzen und die Erinnerungen. „Und ich bin 60, und sie ist ...“, nein, das wolle er jetzt nicht ausrechnen. Maffay weiß, was er seinen Fans schuldig ist. Nachdem er dann doch 16 und sie 31 war, brauste zum ersten Mal so richtiger Applaus über den Volksfestplatz. Mit seinem anderen Gassenhauer „Über sieben Brücken musst du geh’n“ übergibt er für ein paar Lieder an Laith al Deen. Open-Air war es nicht nur für die Besucher direkt auf dem Platz. Vor der Absperrung standen die Kiebitze und hörten, um ehrlich zu sein, ziemlich gut. Ebenso auf den Balkonen ringsum und in den Gärten.