Perspektiven für Kulmbach: Mönchshof-Museen wieder geöffnet

Das lange Warten hat für die Museumsmannschaft der Kulmbacher Mönchshof-Museen ein Ende. Bernhard Sauermann, Karola Helm und Martin Ständner (von links) freuen sich, dass es endlich wieder losgehen kannt. Foto: /red

Wer sich eine typisch Kulmbacher Bierbude anschauen möchte, ist im Biermuseum richtig. Die wohl letzte ihrer Art wird nun den Besuchern präsentiert.

Kulmbach - Die aktuelle Stufe des Lockdowns im Landkreis sieht kontrollierte Lockerungen vor. Die Museen im Mönchshof sind wieder offen – gerade rechtzeitig zum internationalen Museumstag am 16. Mai. Besucher sind im Bayerischen Brauereimuseum Kulmbach, dem Bayerischen Bäckereimuseum und im Deutschen Gewürzmuseum ab 10 Uhr willkommen. Das ist einer Pressemitteilung zu entnehmen.

„Unsere Museen im Mönchshof sind mehr als eine Schlechtwetteralternative - sie laden sowohl Individualbesucher als auch Familien und Kleingruppen zu einem Besuch ein“, so Museumsleiter Bernhard Sauermann. Die grundlegenden Maßnahmen sind bekannt: FFP2-Maskenpflicht und Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern. Die Vorlage eines negativen Testes ist nicht nötig. Bei der momentanen Inzidenz unter 100 ist für einen Besuch eine Voranmeldung notwendig, das geht auch kurzfristig per Telefon unter 09221-80514. Sollte die Inzidenz hoffentlich bald unter 50 liegen, entfällt diese Maßnahme.

„Die Teilnehmerzahl für unsere Standard-Gruppenführungen ist Corona-bedingt auf 15 Personen begrenzt und geht nur mit Voranmeldung. Daneben werden wechselnde Sonntagsführungen angeboten. Am nächsten Sonntag findet ab 10.30 Uhr ein Rundgang durch das Brauereimuseum statt. In den Pfingstferien werden wieder Familienführungen durch die Dauerausstellungen angeboten, „Für einen Pauschalbetrag von 29 Euro (inklusive Eintritt) können zwei Erwachsene und ihre (Enkel)Kinder eine Führung durch eines der drei Museen bekommen. Auch dafür ist eine Voranmeldung notwendig.

Den Museumsbesucher erwartet im Foyer ein Besonderheit: Eine typische Kulmbacher Bierbude früherer Zeiten. Eigentlich sollte sie den Besuchern bereits am Tag der offenen Tür beim Weihnachtsmarkt im Dezember 2020 vorgestellt werden, was aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte. Nun ist sie das Highlight der Wiedereröffnung.

Der Kiosk an der Ecke hat in unserer Region im Zeitalter der Supermärkte ausgedient - gleichwohl er in anderen Bundesländern als „Trinkhalle“ noch immer zum Ortsbild zählt. Die mobile „Bude“, die bei Festivitäten oder beim Wochenmarkt zum Einsatz kam, gibt es kaum mehr. Zu aufwendig ihre Handhabung, zu umständlich ihr Transport, ist sie auch lebensmittelrechtlich schon lange nicht mehr das Mittel erster Wahl. Lediglich zu jahreszeitlichen Spezialmärkten, wie zu Weihnachten und Ostern, oder bei nostalgischen Themenmärkten, so etwa dem Töpfermarkt in Thurnau ist sie noch häufiger zu entdecken.

Damit diese aussterbende Kultur auch weiterhin im Gedächtnis bleibt, sammelt Bernhard Sauermann schon seit Jahren Informationen und Exponate auch zu diesem Thema. Die wohl die allerletzte Bierbude aus dem Kulmbacher Raum übergab Günter Limmer im Namen der Marinekameradschaft Kulmbach. Die Vereinigung nutzte das hölzerne Prachtstück bislang als Ausschank bei ihren vielfältigen Festivitäten im Garten des Vereinsheimes in der Negeleinstraße/Mittelau. Bereits beim Abbau hegten die Museumsmitarbeiter den Verdacht, dass es sich wohl ursprünglich um eine städtische Marktbude gehandelt haben könnte. „Letztes Zeugnis einer untergegangenen Marktbudenkultur“, glaubt Sauermann. Die Bude könnte einst im angrenzenden Kulmbacher Bauhof abgestellt worden sein.

Die Bude aus der Mittelau trägt die Nummer 38 und ist damit scheinbar der letzte Vertreter eines vormals reichhaltigen Bestandes in einer Größenordnung, wie ihn selbst die großen Exportbierbrauereien nicht unterhalten haben dürften.

Mit wenigen Handgriffen kann man die Bude relativ geschickt in handliche Einzelteile zerlegen, was den Transport zum Markt und das dortige Aufstellen sehr erleichtert hat.

Damit man die Teile unterschiedlicher Stände nicht durcheinanderbringen konnte, waren die einzelnen Module gewissenhaft mit der jeweiligen Identifikationsnummer gekennzeichnet.

Weitere Infos unter www.kulmbacher-moenchshof.de red

 

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