Perspektive Chefcoach Lars Masell verlängert bei Medi Bayreuth

Das verflixte siebte Jahr überstanden: Dank der Vertragsverlängerung des Medi-Assistenzcoaches gehen Lars Masell (links) und Raoul Korner nun ihre achte gemeinsame Saison. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Alte Ehepaare stellt man sich in der Regel anders vor als dieses: einen 46-jährigen Wiener mit adretter Kurzhaarfrisur und einen 39-jährigen Jenenser mit rotbraunem Rauschebart. Ganz unpassend ist die Umschreibung der Liaison zwischen Raoul Korner, dem Trainer des Bundesligisten Medi Bayreuth, und seinem Assistenzcoach Lars Masell aber nicht. Das verflixte siebte Jahr haben die beiden gerade hinter sich gebracht – Misstöne waren bislang nicht zu vernehmen, der Umgang war geprägt von Respekt und Vertrauen. Somit durfte man dieser außergewöhnlichen Verbindung auch noch das Attribut „harmonisch“ anhaften. Es erschien nur logisch, dass die beiden ihren gemeinsamen Weg in Richtung achte Saison fortsetzen würden. Das tun sie nun auch. Eine reine Formsache war die jüngste Vertragsverlängerung von Lars Masell um eine weitere Spielzeit aber trotzdem nicht.

Ein kürzlich geführtes Gespräch mit Gesellschafter Carl Steiner habe ihn trotz „dieser allgemein schwierigen Lage mit Gedanken in alle Richtungen“ davon überzeugt, weiter in der Oberfrankenhalle tätig sein zu wollen, verrät Masell. Er wollte wissen, wie er dran ist. „Von Raoul wusste ich das ja. Aber was denkt der Verein?“ Die Antwort auf diese Frage habe ihn sehr gefreut, sagt der 39-jährige, weil sie von hoher Wertschätzung zeugte. Von Steiner habe er nämlich das Gefühl vermittelt bekommen, „dass er mir vertraut, dass er mich sehr schätzt und ich nicht chancenlos bin, was die Zukunft in Bayreuth anbelangt“.

Was er damit meint, aber nicht ausspricht: Masell möchte bei Medi den Posten des Headcoaches übernehmen. Nicht heute, nicht morgen. Irgendwann einmal, wenn sein Chef nicht mehr da ist. Für Korner wäre das die „Traumkonstellation schlechthin“. Der 46-Jährige hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er seinen Assistenten für mehr als nur geeignet erachtet, sein Erbe anzutreten. Er bescheinigt Masell eine „enorme Fachkompetenz und hohe Loyalität“. Obgleich ihre Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten, seien sie sehr gute Freunde geworden. „Wir sind ja durch dick und dünn gegangen, so was verbindet schon.“ Nicht von ungefähr bekräftigt Korner seinen schon einmal geäußerten Wunsch, „dass Lars das mal übernimmt. Er wäre die Idealbesetzung, auch was die Fortführung unseres Heroes-of-tomorrow-Gedankens anbelangt“.

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Kommende Saison bereitet Kopfzerbrechen

Bevor man die fernere Zukunft in den Fokus rückt, bereitet aber zunächst einmal die nähere Kopfzerbrechen: Die Planung der Vorbereitung, ohne einen genauen Starttermin zu haben – schwierig. Das Recruiting mit einem reduzierten Etat – ein Herausforderung. „Aber das macht die Sache auch spannend“, sagt Lars Masell. „Überleben“ – für Medi Bayreuth sei dies das Maß der Dinge in dieser so außergewöhnlichen kommenden Saison. „Wenn wir das sportlich und wirtschaftlich überstehen, war das ein Erfolg. Alles, was dann da oben draufkommt, sind Bonuspunkte.“

Bei all den Unsicherheiten versprüht der Assistenzcoach aber auch Zuversicht. Er sei sich sicher, dass es Korner und ihm gelinge, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, mit der sich auch die Fans identifizieren könnten. „Solch eine konkurrenzfähige Mannschaft ohne klassische Söldner haben wir doch bislang immer zusammen bekommen“, sagt Masell, hält dann kurz inne und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Die Frage ist nur, welche Mannschaften bekommen die anderen Klubs zusammen.“