Pegnitz – eine Festspielstadt?

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Der Stadt hat gesprochen: Pwegnitz will die Faust-Festspiele nach Pegnitz holen. 2017 soll es losgehen. Nicht nur in den sozialen Netzwerken hat diese Entscheidung rege Diskussionen ausgelöst.

Die Faust-Festspiele sollen ab 2017 auf dem Schlossberg in Pegnitz stattfinden. Foto: Aechiv/Faust-Festspiele Kronach/Harald Lappe Foto: red

Pegnitz – Festspielstadt. Ach, wie schön das klingt. Die vom Stadtrat in Kronach geschassten Faust-Festspiele sollen ab 2017 im fränkisch-schweizerischen Mittelzentrum laufen. Auf dem Schlossberg, einer zugegebenermaßen herrlichen Naturbühne. Das hat was. Mit Herrn Goethe lässt sich immer gut werben. Stellt sich die Frage: Warum soll im beschaulichen Pegnitz gelingen, was im wesentlich größeren Kronach auf einer imposanten Festungsanlage nicht funktioniert hat? Hat es doch, sagen die Macher der Pegnitzer Neuauflage, die der Stadtrat dieser Tage allen ursprünglichen Bedenken zum Trotz mit großer Mehrheit abgesegnet hat. Und damit auch ein gewisses finanzielles Risiko für die Kommune, wie groß es letztlich auch immer sein mag. Denn: Es habe ja funktioniert in Kronach. Bloß habe dies der dortige Rat nicht eingesehen.

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Habe Kosten eingerechnet, die mit den Festspielen eigentlich gar nichts zu tun hätten. Und ja, die Besucherzahl sei schon etwas zurückgegangen. Aber dennoch könne sich die Resonanz immer noch mehr als nur sehen lassen. Persönliche Empfindlichkeiten hätten da eine entscheidende Rolle gespielt, weniger die Fakten.

Nun, Kronach ist Kronach, Pegnitz ist Pegnitz. Die Faust-Enthusiasten werden sich an ihren Zusagen messen lassen müssen. Ihr Kreditvolumen ist sehr begrenzt. Buchstäblich. Denn wenn die Stadt ein Defizit übernehmen müsste, ginge das nur aus dem Topf der freiwilligen Leistungen. Und da hat sie keine Bewegungsfreiheit. Denn wer Stabilisierungshilfe beim Freistaat wegen seiner klammen Kasse beantragt, kann es sich nicht leisten, mal so eben ein paar Zehntausender für ins Wasser gefallene Festspiele zu berappen. Das geht gar nicht, das wird auch die Rechtsaufsicht nicht durchgehen lassen.

Ein Risiko wird immer bleiben: das Wetter. Das gilt für jede Freiluftveranstaltung. Gott sei Dank regnet es ja bei uns nur ganz selten. Ääh, also früher ...An dem, was da von oben kommen kann, sind übrigens vor 90 Jahren die Muffel-Festspiele auf eben jenem Schlossberg gescheitert. Aber das will ja nichts heißen ...

Alles kein Thema, so die Hauptorganisatoren Uwe Vogel und der Kronacher Ex-Intendant Dieter Leistner. Alles sei abgedeckt. Über Sponsoren, über eine Ausfallversicherung. Nun gut. Was tatsächlich passieren wird, ist reine Spekulation. Geben wir dem Projekt eine Chance. Hoffen wir auf jede Menge Transparenz bei der Vorbereitung.

Und darauf, dass andere Kulturschaffende im Städtchen nicht in die Röhre schauen. Weil sie dann weniger Geld bekommen oder durch Terminkonkurrenz weniger Besucher haben. Das können sich die geplanten Festspiele definitiv nicht leisten. Aber: Schön wäre es schon irgendwie: Festspielstadt Pegnitz ...

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