Paukenschlag: Linhart weg Medi Bayreuth holt David Walker aus Andorra

Mit Bundesligisten bekam es Medi-Neuzugang David Walker (vorne) schon zu tun: Im vergangenen Jahr im Euro-Cup, als er mit Andorra auf Ratiopharm Ulm – hier mit David Krämer – traf. Foto: Imago Images

BASKETBALL. Kaum war er da, ist er auch schon wieder weg: Nur 14 Tage nach seiner bereits zweiten Rückkehr nach Oberfranken verlässt Nate Linhart den Bundesligisten Medi Bayreuth schon wieder. Weil er, wie Headcoach Raoul Korner dem Kurier sagte, zum einen eine Pause vom Basketball brauche und zum anderen eine vielversprechende Möglichkeit habe, in der Organisation eines NBA-Klubs unterzukommen.

Korner wusste schon seit einiger Zeit von den Plänen des mittlerweile 33-jährigen, als freigeistiger Weltenbummler bekannten Flügelspielers. „Wir haben lange miteinander gesprochen, und er hat mir dabei sein Herz ausgeschüttet“, erzählt Korner. „Über den Sommer sei ihm der Hunger auf Basketball abhandengekommen und auch während des Trainings nicht zurückgekehrt. Jetzt habe sich für ihn die Gelegenheit ergeben, in der NBA anzuheuern. „Die möchte er natürlich nutzen“, sagt der Österreicher und ergänzt: „Er hat beteuert, dass er sich das Ganze wirklich nicht leicht gemacht hat.“ Auf der anderen Seite, so Korner, kam diese Wendung nicht überraschend. „Wer Nate näher kennt, weiß, dass man bei ihm immer mit so etwas rechnen muss. Aber in seinem Alter muss man auch einmal an die Zukunft denken.“

Walker seit Collegetagen in Korners Fokus

Da kommt es zupass, dass mit dem 26-jährigen US-Amerikaner David Walker ein Spieler plötzlich frei wurde, den Raoul Korner schon seit dessen Collegetagen verfolgt. 2016 in der Summer League für Miami Heat unterwegs, weckte er das Interesse der Scouts aus der ersten spanischen Liga und heuerte beim Bàsquet Club (BC) Andorra an. „Nach seinem Wechsel nach Spanien war er finanziell für uns nicht mehr machbar“, sagt der Trainer. Schließlich gehört die höchste Liga auf der Iberischen Halbinsel sportlich und wirtschaftlich zu den stärksten in Europa. Doch ausnahmsweise hatte die Covid19-Pandemie auch einmal etwas Gutes: „Es gibt mehr Gelegenheiten, Spieler zu verpflichten. Und dazu kommt noch, dass Andorra Walkers Stelle nach vier Jahren anders besetzen muss. In Spanien gelten mittlerweile andere Regeln“, sagt Korner, der froh darüber ist, nun einen weiteren kreativen Spieler in den Medi-Reihen zu haben.

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Ähnlich vielseitig wie Linhardt

Der 1,97 m große Walker wurde in Stow im US-Bundesstaat Ohio geboren und ging dort auch auf die High School. Anschließend spielte er für die Northeastern University in Boston. Für die Huskies sammelte er in vier Jahren 1631 Punkte und schaffte es damit auf Platz acht der ewigen Scorerliste. Mit insgesamt 420 Assists war er sogar der fünftbeste Vorlagengeber und mit 250 verwandelten Dreiern die Nummer zwei. Werte, die für eine gewisse Vielseitigkeit Walkers sprechen – ähnlich der von Linhart.

Bei Andorra spielte der Bayreuther Neuzugang gleich in seinem ersten Profijahr seine bisher beste Saison. In 35 Partien und 26 Minuten Einsatzzeit kam er im Schnitt auf 9,0 Punkte (Dreierquote 41,7 Prozent) sowie 2,6 Rebounds und 1,4 Assists. Die vergangene Spielzeit war von den Punkten (6,7 in 22 Minuten) seine schwächste, und auch die Dreierquote sank auf 32,8 Prozent. Im Eurocup brachte es Walker für den Halbfinalisten von 2019 in 15 Einsätzen (21 Minuten) immerhin auf 9,1 Punkte (50,9 Prozent Dreier!), 2,0 Rebounds und 1,6 Assists.