Pater Isaak Ein Freienfelser wird zum Mönch

Foto: Privat

HOLLFELD. Er ist kein Eiferer. Ist alles andere als in sich gekehrt oder gar verbiestert. Wenn Pater Isaak Maria Käfferlein, Mönch eines neugegründeten Zisterzienserklosters im brandburgischen Neuzelle, über Gott redet, geht es auch mal flapsig zu bei der Wortwahl. Doch immer ist spürbar: Der gebürtige Freienfelser, der nach der Priesterweihe Ende April jetzt seine Heimatprimiz feierte, ist „dem da oben“ tief verbunden. Aus tiefer Überzeugung, aus tiefem Glauben heraus. Ohne Wenn und Aber.

Diesen Glauben mit anderen zu teilen, ist ihm wichtig. Daher freute er sich „sehr“ auf die Primiz am Wochenende. „Wenn man den Vergleich ziehen will, war die Weihe quasi die Hochzeit, die Primizfeiern sind die Flitterwochen, die Realisierung dessen, was durch die Weihe möglich ist“, sagt der Mann, der unter dem bürgerlichen Namen Philipp Käfferlein in Freienfels aufwuchs, beim FC Fußball spielte und auch als Schiedsrichter aktiv war. Das war in der Zeit, in der sein Weg hin zu Gott noch nicht zementiert war: „In der Pubertät ist das nicht gerade die coolste Berufswahl, das ist ja kein Mainstream-Job“, sagt Käfferlein, der am 1. Mai 26 wurde. Aber auch in dieser Phase habe ihn immer wieder die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt. Und welche Rolle Gott dabei spielt.

Geprägt haben ihn dann jene sechs Monate, die er 2011 nach dem Abitur am Ebermannstädter Gymnasium in Sri Lanka verbrachte. Die Menschen dort litten unter den schlimmen Folgen einer Tsunami-Katastrophe, viele waren traumatisiert vom Bürgerkrieg. Käfferlein half in einer von den Salesianern Don Boscos betriebenen Berufsschule mit. Die Unterschiede zu Deutschland irritierten und berührten ihn zugleich: „Bei uns hast du alles, vom Auto bis zum Freundeskreis – die Menschen dort aber haben etwas, was hier oft fehlt: Freude im Herzen.“

Da war sie dann wieder, diese Nähe zu Gott. „Ich habe ihn gefragt, was willst du von mir?“, sagt Käfferlein. Nach seiner Rückkehr war für ihn die Antwort klar, „dass der da oben eben kein alter Sack ist, der auf die Spaßbremse tritt, sondern genau das Gegenteil.“ Käfferlein begann ein Theologiestudium an der Hochschule Heiligenkreuz in Österreich, lernte das gleichnamige Stift und den Zisterzienserorden kennen. Im Januar 2014 trat er seine Kandidatur an, seine Profess fand im August 2018 statt, wenige Tage später die Weihe zum Diakon.

Der 26-Jährige stammt aus einer gläubigen Familie. Aber darauf legen seine Eltern wert: Seinen Weg habe er allein gefunden. Auch wenn er schon als Kind regelmäßig den Gottesdienst besuchte und auch als Ministrant engagiert war. „Er wollte das aus eigenem Antrieb“, betonte sein Vater Michael (58), der Berufsschullehrer in Kulmbach war und aus gesundheitlichen Gründen bereits im Ruhestand ist. Nur einmal habe er einen Anstoß gegeben, aufgrund eigener Erfahrungen bei Exerzitien im Evangelisationszentrum in Bad Soden: „Das hat mir so viel Positives gebracht, dass ich ihm geraten habe, da auch mal mitzumachen. Da war Philipp 15 oder 16.“ Der befolgte diesen Rat, „ich habe es nie bereut, das hat Wirkung hinterlassen“.

Das halbe Jahr in Sri Lanka war dann das entscheidende Kapitel, ist Mutter Sonja (50), von Beruf Erzieherin überzeugt. Vor allem das Leben in der Klostergemeinschaft: „Zu seinen Aufgaben zählte es auch, sich mit um das Essen zu kümmern, da gehörte auch das Schlachten von Hühnern dazu. Eine völlige neue Erfahrung für ihn.“

Die Heimat spielt für Pater Isaak Käfferlein eine wichtige Rolle für ihn, „ein paar Mal im Jahr bin ich immer hier“. Das wird auch so bleiben, sagt er. Der Kontakt zu den ehemaligen Fußballkollegen ist zwar „zwangsläufig“ nicht mehr so intensiv. Aber zu einigen Klassenkameraden hält er noch engen Kontakt. An seiner neuen Wirkungsstätte, dem Tochterkloster des Stifts Heiligenkreuz in Neuzelle, wird ihn das Thema Fußball aber weiter beschäftigen. Weil die Mönche auch für das Gemeindeleben zuständig sind, Käfferlein unter anderen für die Jugendseelsorge. Und für den Religionsunterricht, der in Brandenburg nicht verpflichtend ist, sondern auf freiwilliger Basis erfolgt.

Seine Hauptaufgabe sieht er auch im Gebet. Nicht, weil es traditionell zum Alltag von Mönchen gehört – „sondern ich glaube, dass du im ständigen Gespräch mit Gott wirklich etwas erreichen, etwas ändern kannst“. So denken auch seine Eltern: „Unsere Söhne haben uns dazu gebracht, unseren Glauben zu vertiefen, das war nicht umgekehrt.“ Denn auch Isaaks Bruder Lukas (24) studiert Theologie in Heiligenkreuz. Ob er seinem Bruder ins Kloster folgt, ist offen, „er ist noch in der Findungsphase, das muss er für sich selbst entscheiden, das ist bei der Hälfte der rund 300 Studenten dort nicht anders“, sagt Mutter Sonja.

 

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