Wie Tobias Kratzer mit seinen „Tannhäuser“-Videos, so hat auch der aktuelle „Parsifal“-Regisseur Jay Scheib eine Steilvorlage für Wiederholungstäter (respektive -zuschauer) eingebaut. Bei Kratzer ist man auf den Witz der Video-Updates gespannt. Bei Scheib reizt die doppelte, optisch übereinander geschichtete Inszenierung per se zu einem „Erst-mit“ und dann „ohne Brille“. Oder umgekehrt. Wobei das „mit“ auf die 300 dafür präparierten Plätze beschränkt bleibt. Die Bühne mit virtueller Zusatzwelt und Spezialbrille oder eben ohne, also pur, so wie jede andere Inszenierung auch.
Parsifal-Premierenkritik Mit oder ohne – das ist hier die Frage!
Joachim Lange 28.07.2024 - 19:00 Uhr